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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 16:52 Uhr

Vor 20 Jahren war Neuhaus weg

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erstellt am 28.Jun.2013 | 07:21 Uhr

Amt Neuhaus | An diesem Sonntag jährt sich der Wechsel des Amtes Neuhaus an der Elbe von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen zum 20. Mal. Das Jubiläum wird in eher kleinem Kreis gefeiert. Die örtliche CDU organisiert eine Festveranstaltung in Tripkau. Der Landkreis Lüneburg richte auf Beschluss des Kreistags erstmals keine offizielle Feier aus, heißt es auf der Internetseite der CDU Amt Neuhaus. An die Rückgliederung des Amtes werde künftig zusammen mit dem Tag der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober erinnert.

In der Tat handelt es sich um eine Rückkehr der Ortschaften am östlichen Elbufer nach Niedersachsen. Sie gehörten bereits von 1689 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zum Landkreis Lüneburg. Nach einem Zusatzabkommen zum Londoner Protokoll ordneten die Alliierten den sogenannten Neuhäuser Streifen 1945 dann der sowjetischen Besatzungszone zu.

Gleich nach der Wende 1989 machten sich einige Einwohner für die Rückkehr nach Niedersachsen stark. Im März 1993 schließlich wurde ein Staatsvertrag zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen geschlossen. Am 29. Juni tauschten die beiden Ministerpräsidenten die Ratifizierungsurkunden aus und vom nächsten Tag an waren die Neuhäuser Niedersachsen. Acht Gemeinden mit damals etwa 6000 Einwohnern waren betroffen. Es waren die einzigen Ostdeutschen, die in den Westen gingen, ohne ihre Dörfer zu verlassen.

Groß gefeiert wird das 20. Jubiläum am 3. Oktober mit einem Brückenfest, wie die Bürgermeisterin des Amtes Neuhaus, Grit Richter (parteilos), sagte. Allerdings gibt es im Amt Neuhaus bisher keine Brücke über die Elbe. Ihr Bau war nach der Wiedervereinigung 1990 zwar versprochen worden, verwirklicht wurde der Plan aber bisher nicht.

Bei einer Bürgerbefragung im Landkreis Lüneburg hatte sich im Januar 2013 eine Mehrheit für den Brückenbau ausgesprochen. Viele wollen die Brücke zwischen Darchau und Neu-Darchau aber nur, wenn der Landkreis nicht mehr als zehn Millionen Euro bezahlen muss. Die Gesamtkosten werden auf 45 Millionen Euro geschätzt. Bislang müssen die aktuell 4800 Einwohner des Amtes Neuhaus mit einer Fähre übersetzen oder die entfernten Brücken in Lauenburg oder Dömitz nutzen.

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