Von Wutwichteln und Giftpfeifen

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24. September 2020, 14:00 Uhr

So was wünscht man sich doch unter Freunden eines gepflegten Schälchens Kamillentee: „ein Fass ohne Ende“. Zugegeben, in der Hitze der Redeschlacht kann einem ein solches Schnitzel schon mal unterlaufen. Oder heißt es überlaufen? Das kann dem interessierten Leser sicherlich Prof. Dr. – hört der Mann bekanntlich gerne – Weber erklären. Denn der Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Lordsiegelbewahrer alles Deutschen, war es, der in der Debatte dem sprichwörtlichen Fass den Boden ausschlug. Oder kann es der Professor gar nicht und ist vielleicht „intellektuell überfordert“, redet einfach so „Schwachsinn“? Ein rechter Professor Ohnerat also? Man könnte nun meinen, hier werde aus einer Mücke ein Mastschwein gemacht, mit vergifteten Pfeifen geschossen und dem Manne aus Süddeutschland bitter Unrecht getan. Doch weit gefehlt: Erst fragt der Herr Professor in unnachahmlicher intellektueller Selbstüberhebung ob ein SPD-Abgeordneter möglicherweise intellektuell überfordert sei, dann legt ein ebenso netter AfD-Wutwichtel noch nach und wirft der Linken-Fraktionschefin „Schwachsinn“ vor. Unter kultivierten deutschen Umgangsformen darf man sich getrost etwas anderes vorstellen. Deshalb unser Vorschlag: beide Herren konsequent zur Mutti abschieben und noch mal Höflichkeit pauken. Sehr zu empfehlen sind auch Deutsch-Integrationskurse. Wie man hört, sollen ohnehin alle Baden-Württemberger dazu verpflichtet werden. Können aber auch Fake-News sein.

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