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Aktion “Schlemmen im Advent“ : Von Sweet Mama bis Blauer Ungar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Suppe, Bratenfüllung, Auflauf: Kürbisse sind vielseitig – aber nicht alle Sorten sind für jedes Gericht gleich gut geeignet

von
erstellt am 12.Okt.2014 | 08:42 Uhr

Walburga Loock hat ihre Leidenschaft für den Kürbis von ihren Kindern: 1988 höhlte sie mit ihnen einen aus und ließ sich von der Begeisterung der Kleinen anstecken. Mit den Samen aus diesem ersten Kürbis begann sie ihre Sammlung. Heute baut sie auf ihrem Hof im bayerischen Schwabshausen 300 Sorten an. Sie empfiehlt graue Sorten: Diese hätten ein festes Fleisch und seien sehr nussig. Die weit verbreiteten Hokkaidos seien dagegen eher mehlig und passen deshalb als Zutat für Suppen oder Püree. Zu den grauen Kürbissen zählen zum Beispiel Buttercup, Hubbard und Queensland Blue.

Beim Anbauen sei zu berücksichtigen, dass die Pflanzen Wärme lieben, erklärt der Gärtner Hans Streicher, der mit seiner Frau Brigitte Schöner ein Kochbuch über Kürbisse verfasst hat. In der zweiten Aprilhälfte können die Samen in einen Topf kommen. Nach dem letzten Frost dürfen die Pflanzen dann in den Garten. „Wenn sie gekeimt haben, vertragen sie es auch kühler“, erläutert Streicher. Ein sonniger Platz mit nährstoffreichem Boden ist optimal. Mindestens drei Monate brauchen die meisten Kürbisse zum Reifen.

Wer sich den Kürbis vom Markt oder aus dem Supermarkt besorgt, sollte darauf achten, dass er noch einen Stengel hat, rät Helga Billerbeck. Die Hauswirtschaftsleiterin hat gemeinsam mit der Hobby-Fotografin Sigrid Voß-Schalkalwies ein Kürbis-Kochbuch geschrieben. Hat ein Kürbis keinen Stengel mehr, kann er von innen schnell schlecht werden, sagt sie. Außerdem sollte der Stengel holzig sein, nicht grün – das sei ein Zeichen dafür, dass der Kürbis reif ist.

Für die Zubereitung rät Schöner, besonders große Exemplare auf den Boden fallen zu lassen. „Dann zerbricht der in zwei Hälften“ – und das Schneiden und Schälen gehe leichter. Bis auf die Sommer-sorten und den Hokkaido müssen alle Kürbisse geschält werden. Den Kürbis danach am besten dämpfen, bis er gar ist. Wer nicht das passende Gerät dafür zur Hand hat, kann ihn auch in wenig Wasser kochen. Kürbisse seien in zehn bis 20 Minuten fertig, sagt Schöner.

Für einige Gerichte fällt das Vorkochen weg: Kleinere Sorten wie Sweet Mama oder Futsu Black Rinded können in Scheiben geschnitten und von beiden Seiten gebraten oder im Ofen gegart werden. Dann würzen, Kräuterquark dazu – fertig. Auch als Füllung müssen die Kürbisstücke nicht vorgegart werden: Billerbeck nimmt die Frucht gerne zum Füllen eines Bratens – dann wird beides zusammen im Ofen fertig gegart.

Der Spaghetti-Kürbis ermöglicht ganz eigene Varianten. Sein Fleisch bestehe aus lauter Spiralen, beschreibt es Loock. Man könne ihn einfach kochen und anschließend mit einem Löffel die Kürbisspaghetti herausschaben. Mit Kürbiskernpesto und Parmesan lassen sich die Spaghetti mit Löffel und Gabel aufrollen wie die Nudelversion.

Ein tolles Gericht für Besuch sei eine Kürbissuppe in Anlehnung an ein Rezept des französischen Kochs Paul Bocuse, sagt Loock. Dafür schneidet man das obere Stück ab, löffelt die Kerne aus dem Inneren, lässt das Fleisch aber drin. Als nächstes gießt man Gemüsebrühe hinein, etwas Sahne, Käse, Salz, Pfeffer und Ingwer kommen hinzu. Dann kommt der Kürbisdeckel wieder drauf und die Frucht in den Ofen – für etwa eine Stunde bei 180 Grad. Nach dem Garen das Fleisch vorsichtig vom Rand schälen und mit dem restlichen Inhalt pürieren.

Auch in Gratins machen sich Kürbisse gut, etwa im Mozzarella-Kürbis-Auflauf. Billerbeck und Voß-Schalkalwies kochen mit der Frucht auch ein Gulasch oder spießen sie zum Grillen mit Speck und Schalotten auf. Mit Gewürzen wie Chili und Curry lassen sich außerdem gut asiatische Kürbisgerichte zubereiten. Zum Backen eignet sich der Kürbis ebenfalls:  zum Beispiel im Brot. Entweder rasple man einen rohen Kürbis oder gare und püriere ihn, bevor er zum Teig hinzukommt, erläutert Billerbeck. „Das macht das Brot farbiger und saftiger.“

Seine Inhaltsstoffe machen den Kürbis zum Multitalent. Er sei sehr nitratarm und deshalb auch für Menschen mit einem empfindlichen Magen-Darm-System geeignet, sagt Billerbeck. Und er habe mehr Vitamin A als eine Möhre. Wenig Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate gehören ebenso zu den Vorzügen.

Ein weiteres Plus: Langes Lagern wirkt sich nicht negativ aus. „Die Kürbis-fleischqualität verändert sich fast nicht“, sagt Schöner. Und wer keine Lust aufs Verkochen hat, macht aus den übrig gebliebenen Kürbissen Halloween-Fratzen.

Unsere Aktion:

Mitschlemmen und gewinnen
 Schicken Sie uns Ihr Lieblings-Advents-Rezept und werden Sie Teil unserer großen Leser-Kochbuch-Aktion „Schlemmen im Advent“. Das Mitmachen lohnt sich. Unter allen Einsendern verlosen wir ein Schlemmer-Erlebnis der besonderen Art. Die Gewinner  erwartet ein Workshop in einer  Schokoladenmanufaktur für zwei Personen.

Gesucht werden noch tolle Rezepte in den Kategorien:

•  Vorspeise

•  Hauptgericht

•  Dessert

Bitte  senden  Sie  uns   Ihre   Kreationen mit genauen Angaben zu den Zutaten  plus Foto einfach per E-Mail an:
Rezepte@ medienhausnord.de

oder per Post an:

medienhaus:nord,

Kennwort: „Schlemmen im Advent“, Gutenbergstr. 1, 19061 Schwerin 

Einsendeschluss ist der 18. Oktober 2014.

 

 

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