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Polizisten aus MV : Von Stralsund in den Kosovo

vom
Aus der Onlineredaktion

Polizeihauptkommissar Thomas Krüger wechselte für ein Jahr den Dienstort. Drei Polizisten aus MV ständig bei EULEX auf dem Balkan

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erstellt am 24.Jan.2017 | 11:45 Uhr

Kritische Situationen gab es einige. Etwa nach Gasgranatenwürfen im Parlament in Pristina, bei mehreren Demonstrationen oder bei Pilgerfahrten von serbischen orthodoxen Christen zu ihren Heiligtümern auf dem Amselfeld mitten im Kosovo. Thomas Krüger, der in der Polizeiinspektion Stralsund arbeitet und in Grimmen mit seiner Familie lebt, war mit einem Spezialauftrag für ein Jahr in den Kosovo abkommandiert worden. Vor einigen Tagen kehrte er nach Mecklenburg-Vorpommern zurück.

Seine Aufgabe auf dem Balkan: Police-Operator im Joint Operations Room in der Hauptstadt des Kosovo. Was das ist? „Der Dienst ist vergleichbar mit dem in einer Einsatzleitstelle hier bei der Landespolizei“, erklärt Krüger. Das heißt, der Polizeihauptkommissar aus Stralsund musste im Lagezentrum der internationalen Polizeitruppe in Pristina im Schichtsdienst eingehende Informationen zur Sicherheitslage sammeln und auswerten. Auch die Führung der internationalen Polizeieinsatzkräfte und der Informationsaustausch mit der Kfor-Friedenstruppe gehörten zu den Aufgaben. 80 Polizisten aus Dänemark, Belgien, Malta und Bulgarien waren seine Kollegen im Joint Operations Room. „Dienstsprache ist Englisch“, so Krüger. Bevor es zum Einsatz kam, waren für den Mann aus Vorpommern viele Lehrgänge notwendig.

Der Sinn der internationalen Polizeitruppe ist schnell erklärt. Im Februar 2008 beschloss die Europäische Union die Entsendung der Mission EULEX Kosovo, die die rechtsstaatliche Entwicklung in dem Land unterstützen soll. 1800 Polizisten und Juristen sollen den im Aufbau befindlichen Sicherheits- und Ordnungsstrukturen im Kosovo zur Seite stehen. Aus Mecklenburg-Vorpommern sind drei Polizeibeamte dort im ständigen Einsatz.

In gewalttätige Auseinandersetzungen war die internationale Polizeitruppe während Krügers einjährigem Einsatz nicht verwickelt. „Die Landespolizei im Kosovo ist gut aufgestellt“, berichtet Krüger.

Während der Zeit in Pristina lebte der Polizist in einer eigenen Appartmentwohnung in einem neuen Wohnblock in der Hauptstadt. Die Versorgung war gut, sagt er. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern war der 47- Jährige fast jeden Tag übers Internet in Kontakt. Sechsmal flog er auf Heimaturlaub nach Hause. Außerdem traf er sich mit seiner Frau in Skopje im benachbarten Mazedonien.

Am meisten habe er die saubere Luft seiner Heimat vermisst, sagt der Polizeihauptkommissar. Pristina liegt in einem Tal und zwei veraltete Wärmekraftwerke, die den gesamten Kosovo mit Strom versorgen, stehen nur wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt. Die Luft dort ist nicht besser als die in chinesischen Metropolen.

Die Erfahrungen aus dem
Kosovo will der Polizeihauptkommissar nicht missen. Krüger: „Die Tätigkeit hat mir gezeigt, dass Polizeibeamte aus ganz verschiedenen Ländern eine ähnliche Herangehensweise beim Lösen von Aufgaben haben.“

Das Jahr im Kosovo sei spannend und lehrreich gewesen. „Es wird vermutlich nicht mein letzter Auslandseinsatz gewesen sein“, meint Krüger.

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