Alleen in MV : Von Schwerin bis nach Moskau

Allee bei Stralsund: In Mecklenburg-Vorpommern ist das Netz der Baumreihen dichter geworden, doch es werden immer weniger neue Bäume gepflanzt.
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Allee bei Stralsund: In Mecklenburg-Vorpommern ist das Netz der Baumreihen dichter geworden, doch es werden immer weniger neue Bäume gepflanzt.

Annähernd jede zweite Bundes- und Landstraße wird in MV von einer Allee begrenzt / Bericht zur Situation der Alleen veröffentlicht

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28. Januar 2016, 12:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern – ein Eldorado für Alleenliebhaber. Auf 2144 Kilometer säumen Bäume die hiesigen Bundes- und Landstraßen. Reihte man diese Alleen aneinander, ihr Weg führte von Rostock bis nach Moskau. Nur die Straßen Brandenburgs sind im bundesweiten Vergleich von mehr Bäumen begrenzt. Andere Bundesländer hingegen machen sich nicht einmal die Mühe, ihre Alleen statistisch zu erfassen. Offizielle Zahlen sucht man vergebens.

MV setzt sich intensiv für seine Alleen ein: Die Regeln zum Alleenschutz seien die umfangreichsten Deutschlands, sagt der Bund für Umwelt und Naturschutz. Sie sind niedergeschrieben im zwölften Artikel der Landesverfassung. Seit 2007 ist die jeweilige Regierung verpflichtet, im fünfjährigen Turnus Bericht abzulegen – über den Schutz, den Erhalt und die Mehrung des Alleenbestandes.

Heute präsentiert die rot-schwarze Regierung den Bericht des Zeitraums zwischen 2008 und 2013. Das Ergebnis? Die Länge der Alleen und einseitigen Baumreihen hat sich um 300 Kilometer erweitert, von 1844 auf 2144 Kilometer. Damit ist annähernd jede zweite Bundes- und Landstraße in MV von der grünen Grenze berahmt. 32 848 Bäume wurden gepflanzt, 26 591 gefällt. 83 Prozent der Fällungen erfolgten aus Gründen der Verkehrsicherungspflicht. Die Straßenbauämter müssen vor allem ältere Alleen regelmäßig kontrollieren, um potentielle Gefahren zu vermeiden: herunterfallende Kronen, entwurzelte Bäume. Pro Jahr und Exemplar stehen im Mittel 30 Euro zur Verfügung – für Kronen-, Stamm- und Wurzelpflege.

Bemerkenswerte  Ersatz- und Neupflanzungen:

Röbel – Sietow


326 bruchgefährdete Pappeln beseitigte das Straßenbauamt Neustrelitz, um die Sicherheit entlang der Landesstraße 24 weiter zu gewährleisten. Ersetzt wurden sie durch 970 neue Bäume: Rostkastanien, Ulmen, Eschen und Buchen – zwischen Röbel und Sietow, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.  

Trantow – Görmin


Eine neue Allee, entstanden an der Landesstraße 261 bei Trantow und Görmin im Landkreis Vorpommern-Rügen – als Ausgleichspflanzung und und zur Umsetzung des Alleenprogramms. Sieben Kilometer lang, überwiegend dreireihig. Die 1000 Linden und Ahorne wurden 2009 gepflanzt. Die Kosten: 450 000 Euro. 

Teterow – Neu Panstorf


Eine neue Straße und ein neuer Radweg – es fehlte nur noch an der passenden Allee. Zwischen Teterow und Neu Panstorf begrenzen seit 2011 957 neu gepflanzte Linden und Ahorne die Bundesstraße 104. Die Allee ist dreireihig angelegt und erstreckt sich über sieben Kilometer.

Muchow – Blievenstorf


Auch die Strecke zwischen Muchow und Blievenstorf ist eine Ausgleichspflanzung. Vorgenommen wurde sie 2011.   Das Teilstück der Landstraße 081  im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist 2,5 Kilometer lang. Auf freier Strecke wurden Birken, Eichen und Ulmen gepflanzt. Einige der 512 Pflanzen sind Wildobst.

Klütz – Gägelow


Gestützt von Pflanzpfählen stehen 595 neue Bäume auf sieben Kilometer Länge – an der Landesstraße 01 zwischen Klütz und Gägelow in Nordwestmecklenburg. Die Eichen, Ahorne und Ulme wurden 2012 gepflanzt. Die Kosten? Lagen laut Bericht der Landesregierung bei 250 000 Euro.

Grimmen – Bartmannshagen


Projekt des Straßenbauamts Stralsund: Am Radweg der Landesstraße 30 wurden 2011 Ausgleichspflanzungen vorgenommen. Die neu angelegte Allee ist 1,7 Kilometer lang. 344 Eichen säumen den Radweg und die Straße zwischen Grimmen und Bartmannshagen im Landkreis Vorpommern-Rügen.



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