Von Keksen, Bienen und Bernd dem Brot

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In Deutschland gibt es eine Fraktion von Scherzkeksen und verschrobenen Kriminellen, wie der Fall Bahlsen vs. Krümelmonster zeigt. Dies es aber nicht das erste Mal, dass ein Wahrzeichen oder Maskottchen verschwindet.

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31. Januar 2013, 07:19 Uhr

Für den Firmenchef ist die Angelegenheit mit dem Krümelmonster nicht zum Lachen. "Wir wollen den Keks zurückhaben", sagt Werner M. Bahlsen. Das Wahrzeichen des Gebäckherstellers vom Stammhaus in Hannover ist seit Wochen verschwunden. Dann tauchte plötzlich ein mit "Krümelmonster" unterzeichneter Bekennerbrief auf sowie ein Foto mit einem Menschen in Krümelmonster-Kostüm und einem goldenen Keks in den Monsterklauen. Das Unternehmen will sich nicht erpressen lassen, verspricht jedoch 52 000 Packungen für 52 soziale Einrichtungen - wenn das 100 Jahre alte vergoldete Kunstwerk zurückkehrt. Die Polizei ermittelt. Inzwischen meldete sich auch das echte TV-Krümelmonster mit den Worten: "Das geht mir mächtig auf den Keks."

Deutschland mag als Heimat der Pedanten gelten, die als Fußgänger nachts an jeder roten Ampel stehen bleiben und sogar Vorschriften für den Besuch der Sauna haben. Aber es gibt auch eine Fraktion von Scherzkeksen und verschrobenen Kriminellen. Im Fall Bahlsen ist es nicht das erste Mal, dass ein Wahrzeichen oder Maskottchen verschwindet. 2009 traf es in Erfurt die Kinderkanal-Figur Bernd das Brot, 125 Kilo schwer und knapp zwei Meter groß. Zu dem Diebstahl bekannten sich Sympathisanten von Hausbesetzern. Gefunden wurde das Kunststoff-Brot im kalten Kellergewölbe einer verfallenen Kaserne. Im gleichen Jahr verschwand in Thüringen der Bundesgartenschau-Drache Bugalou. Ein Bürger gab ihn zwei Wochen später im Rathaus von Gera ab.

Eine Stoffbiene aus dem Münsterland trat 2008 eine lange Reise an, so wie der Globetrotter-Gartenzwerg im Kinofilm "Die fabelhafte Welt der Amélie". Emma, das Maskottchen einer Kneipe von Borussia-Dortmund-Fans, schien entführt zu sein. Dann fand der Wirt einen Abschiedsbrief. Die Biene wolle ein Jahr lang eine Weltreise machen. Sie habe die Nase voll von dem ganzen Gequatsche über Fußball. Ansichtskarten aus aller Welt trudelten ein: Emma vor dem Weißen Haus in Washington, in Las Vegas, in Panama. Hinter der Aktion steckten holländische Hobbypiloten. Die Rückkehr nach Südlohn wurde mit rotem Teppich, Stretchlimousine und Blitzlichtgewitter gefeiert.

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