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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 07:09 Uhr

Von Kartoffeln zu Kaffee und Kakao

vom

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2012 | 09:42 Uhr

Schwerin | Es ist nicht zu übersehen, wo dieser Mann hingehört, er trägt es auf seinen breiten Schultern: Dolce Gusto steht vorn an seinem dunkelblauen Poloshirt und Nestlé hinten. Henrik Wecker ist Prozessingenieur im künftigen Kaffeekapsel-Werk Schwerin. Der gebürtige Neubrandenburger hat damit nicht weniger als einen Traumjob gefunden. Im Familien- und Freundeskreis heißt es darum: "Du bist ein Kind der Sonne." Henrik Wecker wollte eigentlich nie weit weg von zu Hause, von seiner Frau, Familie, Freunden und seinem geliebten Schwimmverein: "Ich bin ein echtes Nordlicht. Hier fühl’ ich mich am wohlsten." Der Arbeit wegen war er aber schon weit im Südwesten der Republik gelandet - bis zur Entscheidung von Nestlé für den Standort Schwerin.

Lebensmitteltechnologie hatte Henrik Wecker an der Hochschule seiner Heimatstadt studiert. Sein erster Job führte ihn ins Pfanni-Werk nach Stavenhagen, er konnte täglich pendeln. Nach mehreren Jahren im Kartoffelgeschäft kam ihm Appetit auf eine neue Aufgabe. Er hatte gleich mit mehreren Bewerbungen Erfolg. Es zog ihn zu Nestlé, dem Branchen-Primus. Im November 2011 fing er an - nach der Einarbeitung südlich von Passau sollte er in die Konzernzentrale nach Frankfurt am Main wechseln. "Doch schon am dritten Tag erfuhr ich von dem Projekt in Schwerin", sagt Henrik Wecker. "Besser ging’s nicht." Prompt war klar, dass der Neubrandenburger dabei sein und den Aufbau des Werks vom ersten Tag an begleiten würde. Und das beinahe zu Hause.

Ein Dreivierteljahr später hat er im Schweriner Stadtzentrum eine möblierte Wohnung bezogen. 8,5 Kilometer sind es bis zum Gewerbegebiet am Stadtrand. Henrik Wecker kommt mit dem Rennrad zur Arbeit. "Ich will das ganze Jahr über fahren." Sport ist eine Selbstverständlichkeit für den 30-Jährigen.

Auf seinem Schreibtisch im Büro des Aufbaustabes liegt eine große Tüte mit grünen Kaffeebohnen, der Stoff, der ihn künftig beschäftigen wird. Grün kommt der Kaffee in Seecontainern aus den Anbaugebieten der Welt über den Hamburger Hafen nach Schwerin. "Hier werden die Bohnen gereinigt und eingelagert", erklärt Henrik Wecker, "später gemischt, geröstet und gemahlen." Das Arbeitsfeld des Prozessingenieurs reicht bis zu den Abfüllstrecken, in denen der Kaffee in die Plastikkapseln gepresst wird.

Derzeit tüftelt er mit seinen Kollegen an den technischen Voraussetzungen für die notwendigen Gerätschaften: Was wird erwartet, was gebraucht? Ausschreibungen müssen formuliert, Angebote eingeholt werden. Henrik Wecker ist die Begeisterung für seine Arbeit anzusehen. "Es gibt hier einen wirklichen Teamspirit", sagt er.

Nach Feierabend zieht es Henrik Wecker wieder aufs Rad oder auch in die Schweriner Schwimmhalle. Er kennt sie von Wettkämpfen, die er jahrelang als Gast aus Neubrandenburg absolviert hatte. Immerhin ist er bis auf einen 3. Platz bei Deutschen Meisterschaften geschwommen. In Neubrandenburg hat er sich über Jahre als Trainer im Nachwuchsbereich engagiert. Kann er sich den Einstieg bei der Schweriner Konkurrenz vorstellen? "Lieber nicht", sagt er. Es sei auch eine Zeitfrage, zumal die Wochenenden seiner Frau gehören. Zur sportlichen Einstellung von Henrik Wecker gehört es übrigens auch, auf Zigaretten und Alkohol zu verzichten. Und wie steht’s mit dem Kaffeekonsum? Henrik Wecker lacht: "Kaffee noch nie, aber der Chococino von Nestlé, der ist zum Reinlegen."

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