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Skurrile Fundbüros : Von Gebiss bis Pferdemanschette

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Wenn diverse Gegenstände den Besitzern abhanden kommen, landen sie meist in einem Fundbüro. In Neustadt-Glewe, Grabow und Ludwigslust befinden sie sich im Rathaus. Die SVZ hat sich in den Regalen umgesehen.

Ludwigslust | Wenn Schlüssel, Geldbeutel, Fahrräder oder Handys den Besitzern abhanden kommen, landen sie, sobald sie einem ehrlichen Finder in die Hände fallen, meist in einem Fundbüro.

In Neustadt-Glewe, Grabow und Ludwigslust befinden sich diese im Rathaus. Die SVZ hat sich in den Regalen zum Jahresende einmal umgesehen.

"Meist bekommen wir Kleinstgegenstände, aber auch Brillen oder Fahrräder", so Jörn Bienert, Verantwortlicher für das Fundbüro in Ludwigslust. Allein 14 Fahrräder sammelten sich in diesem Jahr in den Räumlichkeiten des Rathauses an, nur sieben davon wurden an den rechtmäßigen Besitzer zurückgeführt. Insgesamt belief sich die Zahl der Fundsachen auf 41 Gegenstände. Unter ihnen sind einige Kuriositäten, wie Jörn Bienert berichtet.

In seiner Fundkiste, in der alle Gegenstände in Briefumschlägen klar nummeriert verwahrt werden, lagert zwischen Handys und Zündschlüsseln eine Zahnprothese. "Das ist schon eine Kuriosität, allerdings sind solche Funde eher die Ausnahme", so Bienert. Ein Schubfach unter der Fundkiste liegt ein Gegenstand, der wohl auch eindeutig zur Kategorie Skurriles in einem Fundbüro zählt. Fast ein ganzes Schrankfach einnehmend liegen dort, fein säuberlich in einer Klarsichthülle verpackt mehrere Gelenk schoner für Pferde. Fotografiert werden können die Gegenstände allerdings nicht, da die jeweiligen Besitzer noch die Möglichkeit haben, ihr Eigentum zurückzufordern. "Generell hat jeder Besitzer die Möglichkeit, die Fundsachen bis zu sechs Monate nach Verlust wieder zurückzubekommen", so Michaela Gumz, die das Fundbüro in Grabow betreut. Danach kann der Finder seinen Anspruch geltend machen. Sollte auch der kein Interesse haben, entscheidet die jeweilige Stelle, was mit den Gegenständen passiert. Schlüssel werden dabei generell vernichtet. In Grabow gibt es im Vergleich zu Ludwigslust weniger abgegebene Sachen, allerdings viele Nachfragen. "Wenn der Eigentümer, z.B. anhand von Papieren ermittelt werden kann, versuchen wir natürlich, diese an ihn zurückzuführen", so Michaela Gumz weiter.

In Neustadt-Glewe verhält es sich ähnlich. "Generell wird hier wenig abgegeben, wenn dann doch mal ein Fahrrad länger steht, sind diese meist nicht im besten Zustand. Diese geben wir dann auch schon mal an Bastler günstig ab", so Heiko Stickel, der Fundbürobetreuer von Neustadt-Glewe.

Auch die Polizei in Ludwigslust nimmt gelegentlich Fundgegenstände an. Bei größeren Gegenständen wie Fahrrädern wird hierbei meist zuerst überprüft, ob sie in Fahndung stehen, dann werden sie an das Fundbüro überführt.

Die zwei Fahrräder, die nun bereits mehr als sechs Monate im Ludwigslust lagern, sollen demnächst an einen gemeinnützigen Verein übergeben werden. "Höchstwahrscheinlich gehen sie ans Zebef", so Jörn Bienert.

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erstellt am 21.Dez.2011 | 11:16 Uhr

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