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Immergut-Festival : Von Dosen-Ravioli bis Dixie-Klo

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bereits seit zehn Jahren fährt der 29-Jährige Mattes Höft zum Immergut-Festival. Dieses beginnt heute in Neustrelitz. Erwartet werden 5.000 Besucher.

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erstellt am 26.Mai.2016 | 20:55 Uhr

Eine verlassene Wiese mitten in Mecklenburg. Im Wind weht eine weiße Flagge. Auf ihr steht „Team Heiterkeit“. Dazu liegt der Duft nach verbrannten Würstchen über der mecklenburgischen Seenlandschaft. Seit zehn Jahren parkt der blaue Bulli von Mattes Höft am gleichen Ort. Direkt am Weg gegenüber des Zeltplatzes ist der Rostocker mit seinen Freunden jedes Jahr zu finden.

Mattes reiste am Mittwoch an und gehört damit zu den ersten Campern beim Immergut-Festival in Neustrelitz. Doch bald ist es mit der Ruhe vorbei, denn spätestens heute Abend werden rund 5000 Indie-Fans mit ihm für ein Wochenende lang feiern. Statistisch kommen die meisten von ihnen aus Berlin.

So auch einige von Mattes’ Freunden und Bekannten. Ein Grund, warum der Hansestädter immer wieder auf das Festival zurückkehrt. „Alle aus Rostock Weggezogenen treffen sich hier wieder und verbringen eine gute Zeit miteinander“, so der 29-Jährige, der auch in seiner Freizeit gern auflegt. Deshalb ist an die passende Technik für die After-Show-Party vor dem Bus gedacht: Mithilfe eines Mini-Mischpultes und der Autobatterie gibt es auch noch nach den Konzerten einen Mix aus Soul, Hip Hop und Pop. Danach, in der Regel gegen acht Uhr, empfiehlt der Rostocker eine Dusche. „Früh am Morgen gibt es auch noch warmes Wasser“, sagt er und fügt hinzu, dass er eigentlich das Baden in dem nahegelegenen See vorziehe. Badesachen habe er in seinem Bus dabei. Dank ihm sei das Festival unbeschwert. Mit dabei habe er nur das Nötigste: „Zwei Gitarren, Getränke, Grillzubehör, Dosenravioli und natürlich Musik“, zählt Mattes auf und sagt, dass er nicht viel benötige, um glücklich zu sein. Dazu beitragen wird die Campingplatz-Idylle, für die Mattes und sein „Team Heiterkeit“ sorgen. Der Indie-Fan ließ sich für das Immergut allerdings etwas Neues einfallen. „Aus Euro-Paletten zimmerte ich eine Bank-Tisch-Kombination“, berichtet Mattes, der abseits des Festivals als Lagerist arbeitet. Die sorge für Gemütlichkeit. Außerdem gebe es einen Pavillon, der vor Regen schützt. Denn er erinnert sich noch gut an apokalyptische Wolkenbrüche. „Meine Klamotten waren klatschnass, aber ich tanzte trotzdem weiter“, erinnert sich der Festivalbesucher.

Denn für Mattes sei das Immergut besonders, weil es „Bands abseits des gängigen Radiogedudels eine Plattform bietet“. Angekündigt haben sich unter anderem Tocotronic oder Maximo Park. Gespannt ist Mattes auch auf das Frauen-Popduo Schnipo Schranke. Im letzten Jahr hätten sich die beiden mit ihren derben Texten in der Musikszene etabliert. Da kann der „Fahrt ins Grüne“, dem diesjährigen Motto des Immerguts, nichts mehr im Wege stehen.

Festivals in M-V
Rund eine Million Gäste werden  von Frühjahr bis Herbst zu den Theater- und Musik-Open-Airs in MV erwartet. Musikfestivals von „Pangea“ in Pütnitz an der Ostsee bis „Airbeat One“ in Neustadt-Glewe locken Zehntausende Fans an. Zu den größten Festivals zählt das dreitägige „Fusion“- Festival auf einem ehemaligen Militärflugplatz in Lärz an der Seenplatte. Jedes Jahr pilgern 60 000 Besucher dorthin. Die Karten werden per Lotterie verlost, denn das Festival war früher innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Anders beim Immergut: Die Organisatoren  versuchen bewusst die familiäre Atmosphäre des Festivals zu erhalten. Die Tickets sind auf eine Stückzahl von 5 000 begrenzt. Zu den beliebtesten Festivals im Land zählt ebenso das „Zuparken“ am Kägsdorfer Strand. Neben Gitarrenklängen können die Besucher Ukulele spielen oder Windsurfen lernen.



 

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