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Sägewerk Malchow : Von der Seenplatte nach Mexiko

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Holzprodukte wie Parkett und Möbel sind Exportschlager. Nach fünf Jahren Pause wird das Sägewerk wieder in Betrieb genommen

Der Thüringer Laubholzverarbeiter Pollmeier Massivholz baut seine Kapazitäten in Deutschland wieder aus. Gestern wurde nach fünfjähriger Pause das Sägewerk in Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) mit 50 Beschäftigten wieder angefahren. „Die Nachfrage nach Buchenholz ist groß, der Weltmarkt läuft ausgezeichnet“, sagte Geschäftsführer Ralf Pollmeier in Malchow. Die Märkte in Deutschland und Europa seien dagegen rückläufig.

Zu Pollmeier gehören weitere Sägewerke sowie eine Furnierfabrik in Creuzburg (Thüringen) und Aschaffenburg (Bayern). Die Firma, die rund 700 Leute beschäftigt und in 70 Länder exportiert, ist laut Bundesverband Säge- und Holzindustrie größter Laubholzverarbeiter in Europa. „Wir liefern viel Buchenholz nach Mexiko, wo der Wohlstand steigt und es viele Möbelwerke gibt“, erklärte Pollmeier. Auch China gilt als großer Abnehmer.

„Wir wollen, dass solch ein Werk wie Malchow gesichert wird“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Das Werk war 1999 für etwa 29 Millionen Euro errichtet, 2011 aber mangels Laubholzaufkommen in der Region und niedriger Schnittholzpreise stillgelegt worden. „Unsere anderen Werke sind ausgelastet, so haben wir Malchow wieder angefahren“, so Pollmeier. An der Seenplatte sollen im Jahr rund 110 000 Tonnen Holz geschnitten, getrocknet und versandfertig gemacht werden. Das Buchenholz wird aus nachhaltigem Waldbau aus bis zu 200 Kilometern Entfernung geholt, auch aus Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Zahl der Beschäftigten soll auf 72 steigen.

Minister Backhaus sicherte den Holzverarbeitern zu, dass das Land in nächster Zeit keine weiteren Wälder unter Naturschutz stellen werde. Mit 33,4 Prozent unter Schutz gestellter Flächen und 13 Großschutzgebieten verfüge MV bereits über den bundesweit höchsten Anteil an Naturschutzflächen, sagte er bei einem Treffen mit dem Landesbeirat Holz. Pollmeier hatte angeregt, dass auch der Naturschutz neue Wege gehen müsse, wie es die Holzindustrie tue. So seien Verfahren für Produkte entwickelt worden, die mit immer weniger Holz als Rohstoff auskommen. „Naturschutz muss auch mit Holznutzung möglich sein“, erklärte Pollmeier.

Forschungsprojekt „Holz Cluster Nord“

Zur Stärkung  nachhaltiger Wald- und Holzwirtschaft wurde  2005 das Forschungsprojekt „Holz Cluster Nord“ ins Leben gerufen. „Die Grundbotschaft  ist einfach“, sagte damals Agrarminister Till Backhaus (SPD). „Regionen können Wettbewerbsvorteile erzielen, wenn Akteure der Wertschöpfungskette einer ganzen Branche eng kooperieren.“

Den Schwerpunkt des Projekts bildet der Holzcluster in Wismar, der sich zum größten und modernsten Holzverarbeitungszentrum Europas entwickelte. Zu ihm gehören  etwa die Kritzowburg, das Abbundzentrum, Egger Holzwerkstoffe, die Hüttemann GmbH, die HVW Hobelspanverarbeitung und vor allem  Ilim Nordic Timber. Auch Firmen aus dem Schweriner Umland wie die August Hildebrandt GmbH, Derstappen Treppen Lützow oder HMS Baustoffe Hagenow gehören zum Projekt.   Allein in Westmecklenburg beschäftigt der Industriezweig inzwischen mehr als 3000 Menschen. voff

 

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