Schloss Broock : Von der Ruine zum Traumhotel?

Soll endlich gerettet werden: Das Schloss Broock in der Gemeinde Alt Tellin.
Soll endlich gerettet werden: Das Schloss Broock in der Gemeinde Alt Tellin.

Schloss Broock steht seit 44 Jahren leer: Vom 1. Oktober soll die „Anlage von nationaler Bedeutung“ wiederauferstehen – es gibt große Pläne.

svz.de von
24. September 2018, 20:45 Uhr

Nach mehr als 40 Jahren Leerstand soll die Schlossanlage Broock (Kreis Vorpommern-Greifswald) nun doch gerettet werden. Am 1. Oktober startet die ein Jahr dauernde Sicherung des denkmalgeschützten Komplexes, für die allein rund eine Million Euro veranschlagt ist, wie Projektleiter Christian Schmidt sagte. An den Kosten beteiligten sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Bund und das Land. Die Eigentümer, ein Architektenpaar aus Berlin, wollen die Gutsanlage „in sechs bis zehn Jahren zu einem nachhaltigen Zentrum für Kultur und Veranstaltungen für die Region entwickeln“. Schloss und Park Broock gelten als „Denkmal von nationaler Bedeutung“.

Auch Hotelbetrieb mit bis zu 220 Betten und Gastronomie seien geplant. Die Anlage soll für Hochzeiten und Veranstaltungen wie Konzerte mietbar sein. Im Außengelände sollen Festivals mit bis zu 8000 Gästen möglich sein, ohne dass Anwohner gestört werden. Der Gesamt-Sanierungsbedarf in Broock wird auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt.

Lager, Konsum, Kindergarten

Die Schlossanlage war um 1770 errichtet worden. Im 19. Jahrhundert ließ ein bekannter Getreidegroßhändler aus Stettin Schloss Broock vom Berliner Architekten Friedrich August Stüler (1810-1865) neogotisch umbauen und investierte in Pferdezucht. Der Ort war Treffpunkt Berliner Größen, unter anderem zu Jagden, bis die Inhaber mit der Weltwirtschaftskrise in finanzielle Probleme gerieten. „Broock war einst das größte private Gestüt in Vorpommern“, sagte Schmidt.

Die Anlage diente am Kriegsende 1944/45 als Lager für Sammlungen der Universität Greifswald, später als Konsum und Kindergarten. „Die Gebäude sollten Ferienunterkunft einer Kranbaufirma werden, was aber nie geschah.“ Seit 1974 steht die Anlage leer. Sie verfiel, mehrere Privatisierungsversuche nach 1990 scheiterten. 2017 erwarb das Berliner Architektenpaar die Anlage. Die Investoren rechnen laut Schmidt saisonal abhängig mit 30 bis 40 Arbeitsplätzen.

Eine Sanierung ähnlicher Größenordnung durch Berliner Investoren war erst vor wenigen Tagen gescheitert. In Varchentin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) hatte eine Historikerin einen Verein gegründet, um das Tudor-Schloss Varchentin zu retten. Dort waren vorher mehrere Verkäufe und Sanierungspläne geplatzt. Nach fast drei Jahren und vielen Treffs gab die Initiatorin jetzt doch auf.

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