23. Apachen-Live-Show : Von Beruf „Indianer“

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23. Apachen-Live-Show feiert heute auf der Naturbühne am Damerower See Premiere: Wolfgang Kring zeigt wilde Stunts hoch zu Ross

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19. Juli 2014, 15:35 Uhr

Aufgeregt tänzelt das rotbraune Pferd vor dem Hindernis. Mit seiner elfjährigen Fuchsstute Chahee geht Wolfgang Kring durchs Feuer. Der 63-jährige Berufsindianer von Neu Damerow bei Goldberg in der Mecklenburgischen Seenplatte trainiert an einem wohl einzigartigen Kunststück – dem Sprung hoch zu Ross durch einen brennenden Reifen.

Tiger und Löwen tun dies im Zirkus, aber Pferde als Fluchttiere eigentlich nie, meint Kring. „Die Nummer setzt vollstes Vertrauen zwischen Pferd und Reiter voraus.“ Der selbstständige Stuntman probt in dieser Woche für seine 23. Wildwest-Show. Das Stück „Der schwarze Mustang“ hat am heutigen Samstag Premiere.

Das sportliche Open-Air-Theater „Apachen-Live-Show“ erzählt in dieser Saison auf der Naturbühne am Damerower See eine fiktive Geschichte aus der Zeit um 1870. Autor, Regisseur und Hauptdarsteller ist Kring selbst. Ihm zur Seite stehen rund 50 freiwillige Mitstreiter, Freizeitreiter und Pferdenarren. Sie opfern für die einwöchigen Proben und die sechs Vorstellungen ihren Urlaub, wie eine mitwirkende Lehrerin erklärt. Höhepunkt der Aufführungen sei jeweils der Sprung durch den Feuerreifen, sagt „Indianer“ Kring. „Ich wünsche mir viele Experten im Publikum, die die hohe Kunst der Dressurausbildung unsrer Pferde erkennen.“ Beim Training habe er den Reifen mit einem Durchmesser von 1,80 Metern für jeden Sprung etwas höher gehängt. Ziel sei es, den unteren Rand auf 1,30 Meter zu bringen. „Dabei scheint es dem Pferd, als springe es direkt in die Flammen.“

In stolzer Pose steht die Mecklenburger „Rothaut“ auf dem Hügel seiner Ranch über dem Damerower See. Dort habe er schon als kleiner Junge Cowboy und Indianer gespielt, so fasziniert sei er von den Büchern Karl Mays gewesen. Vor Jahrzehnten verschrieb er sich mit Haut und Haar der Kultur amerikanischer Ureinwohner, wie der durchtrainierte Mittsechziger erzählt. Seine Frisur habe stets für Ärger in Schule und Familie gesorgt. Die Kumpels nannten ihn nur noch „Apache“.

Seit 1990 sind Lederhosen, Kriegsbemalung und Adlerfedern Krings tägliches Outfit, nachdem er sich mit seiner Reiter-Stunt-Show selbstständig machte. Seither prescht der „Indianer“ durch die Prärie in Norddeutschlands wildem Osten. „Ich bin kein Faschings-Indianer, sondern ein echter“, sagt er ernst.

Abenteuer verspricht er auch Touristen beim Tipi-Urlaub auf seiner Ranch. Ein vielfältiges Angebot selbst mit „leichter Kost“ sei in der Hochsaison besonders im Binnenland wichtig, meint Tobias Woitendorf, Sprecher vom Landestourismusverband. Zwar nehme die Konkurrenz unter den Veranstaltern zu. Doch etablierte Events seien Selbstläufer und ein Beleg für die wachsende Wetterunabhängigkeit der Tourismusbranche im Nordosten.

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