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Vereine in MV : Von Bahnfans und Taubenzüchtern

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Aus der Onlineredaktion

So bunt wie das Leben ist Mecklenburg-Vorpommerns Vereinslandschaft. Sogar für das seltenste Hobby lassen sich Mitstreiter finden

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 11:45 Uhr

Eisenbahnfahren, Esperanto sprechen, Brieftauben züchten, Sterne gucken – im Verein mit Gleichgesinnten ist das Hobby für die meisten Deutschen am schönsten. Allein in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben der Ehrenamtsstiftung etwa 12 500 Vereine.

„Die Vereine sind das Salz in der Suppe unserer Zivilgesellschaft“, sagt Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). Sie können steuerliche Vorteile nutzen, müssen aber dafür enge rechtliche Vorgaben einhalten. Das führt mitunter zu Ärger. Das Ministerium startet deshalb zusammen mit der Ehrenamtsstiftung des Landes heute in Rostock eine landesweite „Dialogtour“, um den Vereinen die Zusammenarbeit mit dem Finanzamt zu erleichtern. Jeden Monat soll Station in einem anderen Finanzamt gemacht werden.

Und so bunt ist die Vereinslandschaft im Nordosten:

Die Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn-Freunde – Die 34 Mitglieder des Vereins in Friedland betreiben die 1999 bis 2000 wieder aufgebaute Strecke Schwichtenberg - Uhlenhorst. Nur einer von ihnen sei Eisenbahner, erzählt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Olaf Kleinau. Alle anderen sind leidenschaftliche Fans. Der Verein hat 2,6 Kilometer Gleise neu verlegen lassen sowie Wagen und Lokomotiven beschafft.

Leidenschaftliche Debattierer in Greifswald – Studenten und Mitarbeiter der Universität gründeten 2001 den Debattierclub Greifswald e. V.. Die leidenschaftlichen Diskutanten treffen sich jede Woche zum Debattieren – mitunter auch auf Englisch.

Sie veranstalten außerdem Turniere. Die Teilnehmer bekommen ein Thema vorgegeben und auch die Position, für die sie in der Debatte streiten sollen. Nach fünfzehnminütiger Vorbereitungszeit geht das Wortgefecht los - es gewinnt, wer seine Argumente am überzeugendsten vorbringen kann.

Brieftauben weltweit unterwegs – Mehr als 300 Brieftauben hält Norbert Machnikowski aus Barth. Der Vorsitzende der „Reisevereinigung Barth“ schickt Tiere aus seiner Zucht regelmäßig zu internationalen Brieftauben-Rennen, aktuell in Portugal, wie Machnikowski erzählt.

Den Besitzern der Schnellsten winken Preisgelder im fünfstelligen Bereich, doch er habe bislang nicht dazu gehört. Zusammen mit rund 150 anderen Brieftauben-Züchtern aus der Region veranstalte er außerdem eigene Wettflüge.

Die Camera Obscura von Rastow – Ganze neun Mitglieder zählt der Verein „Die Dunkelkammer“ in Rastow. Gemeinsam sammeln sie alles, was man zum Kommunizieren braucht, wie der Vorsitzende Peter Klodner sagt. „Radios, Telefone, Plattenspieler, Fotoapparate – der weiteste kommt aus Australien.“ Der Verein hat fünf Museumsräume im Gemeindehaus mit seiner umfangreichen Sammlung bestückt. Krönung und Ziel vieler Besucher sei eine Camera Obscura unterm Dach, die neu gebaut wurde.

Den Mond anpeilen – Der Reiz des Amateurfunkens liegt für die rund 50 Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Clubs in Neubrandenburg in der technischen Herausforderung und auch im Kontakt zur Natur. Funker seien zum Beispiel abhängig vom Wetter und von der Teilchenstrahlung, sagt der Vereinsvorsitzende Herbert Staiger. Auch könne der Mond als Reflektor genutzt werden, um etwa nach Neuseeland zu funken. Bei Wettbewerben gehe es zum Beispiel darum, über lange Distanzen erfolgreich zu funken.

Erinnern an die Kindheit in Pommern – Edelgard Gurske aus Pasewalk erinnert im Verein Pommersche Landsmannschaft gemeinsam mit zwölf Schicksalsgenossen an ihre alte Heimat Pommern, aus der sie nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurde. „Wir waren mal 90 bei der Gründung vor 25 Jahren“, berichtet sie. Leider sei es nicht leicht, junge Menschen mit ihrem Anliegen zu erreichen. Die Mitglieder der Landsmannschaft pflegen alte Bräuche, Lieder und Tänze.

 

 

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