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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 11:29 Uhr

Tigerbaby Elsa : Vom Sorgenkind zum Filmstar

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Leben des Tigerbabys „Elsa“ hing am seidenen Faden, sie wurde mühsam aufgepäppelt. Jetzt wird ihr erster Geburtstag gefeiert

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Laut schmatzend nuckelt „Elsa“ die Babyflasche mit Katzenmilch leer, die ihr allabendlich als Schlummertrunk gereicht wird. Das genüssliche Schmatzen ist das einzige, was noch an das Tigerbaby erinnert, das in einem Wanderzirkus auf Rügen geboren wurde und dann im Erlebnis- und Tigerpark Dassow (Nordwestmecklenburg) eine neue Heimat fand. „Elsa“ ist unter der Obhut ihrer Pflegemutter Monica Farell prächtig gediehen, bringt inzwischen 80 Kilogramm auf die Waage und zieht bei jedem Rundgang zur Fütterung der Raubtiere das größte Zuschauerinteresse auf sich. Am Sonnabend (26. August) wird im Tigerpark vor den Toren Lübecks ihr erster Geburtstag gefeiert.

Dass sie diesen überhaupt erlebt, war alles andere als sicher. „Die Mutter hatte ihr Junges nach der Geburt nicht angenommen. Nur weil sich eine Tierarztpraxis auf Rügen um das Tigerbaby kümmerte, ist es am Leben geblieben“, berichtet Monica Farell. Die erfahrene Dompteurin betreibt seit 2002 mit Vater, Bruder und ihrem Mann Saad Rose den Erlebnispark in Dassow, in dem ein Dutzend Tiger und auch fünf Löwen leben.

Nachdem die Versuche gescheitert waren, den jungen Tiger in einem der großen Zoos unterzubringen, kam das Tier unter Vermittlung des Rügener Veterinäramtes nach Dassow. „Wir kennen uns ja aus mit Tigern und mussten nicht lange überlegen, als wir gefragt wurden“, berichtet Monica Farell, die in einer Zirkusfamilie aufwuchs, selbst mit Großkatzen in der Manege stand und heute die Raubtiere vor Ostseeurlaubern in Dassow präsentiert.

Noch vor einem halben Jahr hätten Strandbesucher östlich von Lübeck der jungen Tigerdame „Elsa“ auch dort über den Weg laufen können. Regelmäßig unternahmen die Pflegeeltern dorthin Ausflüge und ließen das Tier an der langen Leine über den Strand toben.“ Solche Ausflüge seien für die Entwicklung und Charakterbildung des Tieres sehr wichtig gewesen, mit der Halbwüchsigen nun aber nicht mehr möglich. „Jetzt ist sie es, die mit ihrer Kraft bestimmt, wo es langgeht“, erzählt Saad Rose.

Gut 250 Quadratmeter misst das neue Zuhause von „Elsa“. Die Rückwand des Freigeheges schmückt ein riesiges Graffiti. Der Blick in den Dschungel ist ein vorfristiges Geburtstagsgeschenk ihres Paten, des Berliner Rappers Kontra K (“Labyrinth„). Monica Farell ist voll des Lobes für den Musiker, der sich nicht nur an der Finanzierung des Geheges beteiligt habe, sondern sein „Patenkind“ regelmäßig besuche und auch zur Geburtstagsfeier in Dassow erwartet werde.

In einem YouTube-Interview wirbt der 30-Jährige um Unterstützung für das Tier: „Jeder, der helfen will, ist cool und herzlich willkommen“, sagt Kontra K, der in seinem Musik-Video „Mehr als ein Job“ im Tiger-Shirt auftritt und „Elsa“ eine Gastrolle gab.

Die größte Raubkatze der Welt

Sibirische Tiger gelten als die größten Katzen der Erde. Sie werden in der Regel rund 200 Kilo schwer und mehr als zwei Meter lang. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF gibt es im Fernen Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas derzeit etwa 530 freilebende Tiere. Die wegen ihrer Verbreitung im Amur-Becken auch Amur-Tiger genannten Raubkatzen werden in der Roten Liste der bedrohten Arten als „stark gefährdet“ eingestuft. Weltweit bemühen sich auch Zoos um die Erhaltung dieser Tigerart. Dort leben  inzwischen mehr als 1000 Sibirische Tiger.
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