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Parlamentsforum Südliche Ostsee : Vom Skagerrak bis nach Kaliningrad

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Vor 400 Jahren brachen die Schiffe der polnischen Marine die Blockade der Schweden vor Danzig auf. Noch heute ist dieser Sieg in Polen präsent. Solche Auseinandersetzung sollen nun für friedliche Zwecke genutzt werden.

svz.de von
erstellt am 03.Jun.2013 | 09:43 Uhr

Schwerin | Vor 400 Jahren brachen die Schiffe der polnischen Marine die Blockade der Schweden vor Danzig auf. Auch heute ist dieser Sieg in Polen noch präsent. Jerzy Wcisla, Direktor des Regionalbüros Elblag in Ermland-Masuren, würde diese und ähnliche kriegerische Auseinandersetzung gern für friedliche Zwecke nutzen. Auf dem Parlamentsforum Südliche Ostsee in Schwerin schlug er gestern eine Route der historischen Seeschlachten vom Skagerrak bis zur russischen Enklave Kaliningrad vor. Denn, so seine Hoffnung, dafür interessieren sich viele Touristen.

Alexander Musevich, Abgeordneter der Gebietsduma Kaliningrad, warb für einen Ring der historischen Städte, die ähnlich wie die Hanse vor vielen Jahrhunderten die Region entlang der Ostseeküste verbinden könnte. Bernd Voß aus dem Landtag in Schleswig-Holstein brachte die Seemanns- und Nikolaikirchen ins Spiel, die entlang der Ostsee ein wichtiges Bindeglied der Menschen waren.

Den Vertretern aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Westpommern, Ermland-Masuren, Kaliningrad und dem südschwedischen Schonen mangelte es auf ihrer elften jährlichen Tagung keineswegs an Ideen, um ihre Zusammenarbeit voranzutreiben. Allerdings wird sie die Europäische Union in den nächsten Jahren nicht mehr wie bisher unterstützen. "Tourismus" kommt im Förderprogramm der EU ab 2014 nicht mehr an prominenter Stelle vor. Es wird schwerer werden, neue Marinas für die Segler entlang der Küste zu bauen, was zum Beispiel die Politiker aus Westpommern beklagten.

Dennoch machte der Tourismus-Experte Michael Deckert der Branche Mut. Generell könnten kleine und mittlere Unternehmen weiter auf Subventionen hoffen.

Für Mecklenburg-Vorpommerns Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) war die EU-Förderung ein gutes Beispiel, warum es sich lohnt, sich gemeinsam stark zu machen: "Wir müssen sicherstellen, dass der notwendige Anteil für den Tourismus auch in der nächsten Förderperiode der EU sichergestellt wird." Sonja Göttel, Tourismuswissenschaftlerin von der Fachhochschule Westküste, sah die Ostseeregion unterdessen auf dem Weg, die "Vorzeigeregion für Zusammenarbeit zu werden". Bernd Fischer vom Landestourismusverband sah noch Luft nach oben. Gleichwohl hat er keine Zweifel, dass die Ostseeküste, auch wenn die einzelnen Regionen untereinander im Wettbewerb stehen, nur gemeinsam international um Gäste werben kann. "Bei den Kreuzfahrttouristen in den USA wird das bereits erfolgreich praktiziert."

Das Parlamentsforum Südliche Ostsee führt die Regionalpolitiker aus den Regionen zusammen. Sie können nichts beschließen, sondern nur Appelle an ihre jeweiligen nationalen Parlamente und an die EU richten. Dennoch nutzen sie den Blick über die Grenze, um gemeinsame Probleme, gemeinsame Risiken und gemeinsame Möglichkeiten zu erkennen.

Bestes Beispiel dafür bleibt die Ostsee selbst. Für die einen ist sie eine schlummernde, touristische Perle. Für die anderen ist sie ein Wirtschaftsgebiet, in dem noch zahlreiche Windparks die Energiewende in Europa vorantreiben könnten. Außerdem ist sie eine der am meisten befahrenen Schifffahrtswege der Welt - und leider auch ein Meer, das von Umweltgiften bedroht ist.

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