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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 00:22 Uhr

Vom Schreibtisch in die Straßenbahn

vom

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2013 | 07:49 Uhr

Rostock | Die Erkältungswelle rollt über Mecklenburg- Vorpommern: Heisere Stimmen oder Schniefnasen überall. In vielen Betrieben klaffen derzeit Lücken in der Personaldecke, die teils mühsam gestopft werden müssen. "Es sind definitiv mehr Leute krank als in vergleichbaren Zeiten der Vorjahre", sagt Beate Langner, Sprecherin der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) mit rund 680 Firmenangehörigen.

Davon seien auch die mehr als 300 Mitarbeiter betroffen, die bei der RSAG Straßenbahn und Bus fahren. Deren Ausfall könnte sicherlich zu schlimmen Folgen für die Rostocker Einwohner führen, aber: "Das ist aber alles nicht so schlimm", meint Langner. Denn 70 Angestellte in der Werkstatt, im verkehrsplanerischen oder kaufmännischen Bereich - selbst im Marketing - seien im Besitz der Lizenz zum Führen einer Straßenbahn oder eines Busses. Dies ist ein bei allen Verkehrsbetrieben übliches Vorgehen.

"Wir reden in den meisten Fällen über Atemwegsinfektionen", betont Prof. Dr. Emil Reisinger, Epidemiologe an der Universitätsklinik Rostock. Diese würden immer wieder mit der Influenza verwechselt, die eine weitaus gefährlichere Erkrankung ist. Allerdings, räumt der Mediziner ein, gibt es bei der Influenza leichtere Verläufe; genauso können Patienten unter sehr hartnäckigen Atemwegsinfektionen leiden. "In der Universitätsklinik Rostock selbst haben wir keine Probleme bei der Patientenversorgung durch fehlendes Personal."

Das derzeitige Ausmaß der Erkältungs- und Grippewelle könne nicht mit der Saison 2011/12 verglichen werden. "Da gab es eine minimale Aktivität wie in den letzten 15 Jahren zuvor nicht." In diesem Jahr sei wieder alles normal.

In der vergangenen Woche wurden in Mecklenburg-Vorpommern 420 neue Infektionen mit dem Influenza- Erreger gezählt. In den zwei Wochen zuvor waren es noch 593 beziehungsweise 522 Infektionen.

An Grippe werden nach Ansicht von Experten in den kommenden Wochen bundesweit noch viele Menschen erkranken. "Seit letzter, vorletzter Woche sind die Meldezahlen etwa gleich auf einem sehr, sehr hohen Niveau, und wir werden vielleicht noch ein, zwei Wochen auf diesem Niveau bleiben", sagt Jörg Hofmann, Virologe an der Berliner Charité, im ZDF-"Morgenmagazin". Man könne "vielleicht davon ausgehen, dass wir uns gerade auf dem Höhepunkt befinden".

Das Rostocker Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) sieht angesichts der aktuellen Zahlen keinen Grund zur Besorgnis. Nach offiziellen Statistiken sind landesweit von 10 000 Kindern, die vom Lagus beobachtet werden, 7,5 Prozent krank.

"Es sind mehr Mitarbeiter als in normalen Zeiten krank", berichtet Wolfgang Richter von der Rostocker Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP). Allerdings seien kaum Auswirkungen auf die Arbeit in den acht GGP-Kitas zu bemerken, in denen rund 800 Kinder betreut werden. "Es sind ja auch die Kinderzahlen geringer." Deshalb sei es nicht schwierig, die Arbeit auf die geringere Zahl von Mitarbeitern zu verteilen. Zudem könnten nach der Schließung einer Kita im Kreis Rostock sieben Erzieherinnen eingesetzt werden, die in der Übergangszeit auch die Verantwortung mit übernehmen könnten.

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