Schwerin : Vollzug aus MV macht Schule

dpa_149626009c3a8933
Foto:

Mexikanische Juristen wollen ab morgen das Justizsystem des Landes studieren

svz.de von
11. Februar 2018, 21:00 Uhr

Morgen wird im Schweriner Justizministerium und später in mehreren Rostocker Justizeinrichtungen eine achtköpfige Juristendelegation aus Mexiko erwartet. Wie Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) sagte, ist Mexiko dabei, das Strafjustizsystem grundlegend zu reformieren. Im Land sollen hohe rechtsstaatliche Standards eingerichtet und festgelegt werden.

MV habe in den vergangenen Jahren im Vollzug bundesweite Standards erarbeitet, sagte Hoffmeister. Das Ziel des Vollzugs, die Resozialisierung, müsse bereits in der JVA in Angriff genommen werden. Deshalb sei die Arbeit der Polizei, der Bewährungshilfe, von kommunalen Behörden mit dem Justizvollzug stärker verzahnt worden. Daher würden die Mexikaner auch die Justizvollzugsanstalt in Waldeck bei Rostock besuchen. „Das mexikanische Justizvollzugssystem ist im Vergleich eher rückständig“, sagte der leitende Oberstaatsanwalt in Rostock, Andrés Ritter. Es gebe kaum Angebote zur Resozialisierung. „Der Strafvollzug in Mexiko ist nicht viel mehr als die Verwahrung.“

In mexikanischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Angesichts dessen sei es klar, dass die mexikanischen Justizbehörden zunächst andere Probleme haben als eine gut verzahnte Resozialisierung zu etablieren, sagte Ritter. „Das schließt aber nicht aus – auch wenn es noch ein langer Weg ist – dass man sich anschaut, wohin dieser Weg führen kann.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen