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Mecklenburg-Vorpommern

18. August 2017 | 05:13 Uhr

Vollgas geben trotz Lampenfieber

vom

schwerin | Zum ersten Mal in der Geschichte der MV-Tage hatten Laienkünstler aller Genres die Chance, sich auf der Offenen Bühne zu präsentieren. Silvia und Alfredo vom Duo Adlermusic hatten es nicht leicht: Sie sind die ersten, die sich Sonnabend um 10 Uhr auf der offenen Bühne, präsentiert von Antenne MV, auftreten. Sie singen vor leeren Bierbänken Schlager und Popsongs, begleitet vom Nieselregen.

Hinter der Bühne bereiten sich die Musiker der Band Decent Rocks auf ihren Auftritt vor. Die Aufregung der vier Demminer hält sich in Grenzen - noch. "die Freude, dass wir hier spielen dürfen, überwiegt", versichert Sängerin und Bassistin Kerstin Berghoff, genannt Kiki. Eine Stunde hat die Band noch Zeit. "Wenn es richtig voll ist, ist das Lampenfieber größer", sagt Schlagzeuger Robert Markiewicz. Sein Bruder Jens, Gitarrist und Sänger, späht vor die Bühne - die Bierbänke sind immer noch leer. Vor Publikum haben sie schon gespielt, allerdings noch nicht in Schwerin, erzählt Kiki. Maik Piontowski packt seine E-Gitarre aus. "Jeder Auftritt ist wichtig", sagt er. "Wir geben immer Vollgas, auch wenn nur zwei Leute vor der Bühne stehen." Von dem Auftritt auf der Offenen Bühne erhoffen sich die jungen Rocker, weitere Auftritte an Land zu ziehen. Sie gehen nochmal gemeinsam die Reihenfolge der Lieder durch. Während auf der Bühne die Band der Kulturkate vor einer Handvoll Leuten spielt, macht sich allmählich Lampenfieber hinter der Bühne breit. Die Gitarristen rubbeln ihre Hände warm, Kiki trällert ihre Stimme in Form. Die Instrumente werden ausgepackt, der Kabelsalat entwirrt. Noch schnell der Soundcheck, dann geht es los. Kiki nimmt einen letzten Schluck Wasser. "Remember" heißt der erste Song, mit dem die Band das spärliche Publikum aus der Reserve locken will. Verhalten wippen einige Zuhörer mit. Immerhin.

Während auf der Bühne die Gitarren kreischen, rücken sich Aemokay, Mick Mac Mastiff, Souldier und Schagga Mc die Baseballkappen und XXL-Jeans zurecht. Komaklikk nennen sich die vier jungen Rapper aus Schwerin. "Wir treffen wohl den Geschmack des Publikums nicht so", sagt Schagga Mc. Egal, sie wollen alles geben, so die einstimmige Ansage. "Bloß nicht versprechen", mahnt Souldier die anderen grinsend. Aemokay wippt nervös mit dem Bein. "Auf der Bühne, wenn wir loslegen, ist die Aufregung weg", sagt er. Decent Rocks spielen ihr letztes Stück, die Rapper werfen sich aufmunternde Blicke zu und steuern den Bühnenaufgang an.

Decent Rocks verlassen die Bühne. "Hat Spaß gemacht", so ihr Fazit. "Jetzt hören wir uns noch die anderen Bands an." Solidarität unter den Laienkünstlern - das müsse schon sein, sagt Johann Heinemann von Blues Inspiration aus Rostock, die bald an der Reihe sind. Außerdem könne man sich von allem inspirieren lassen, auch von Rapmusik.

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erstellt am 15.Aug.2010 | 02:41 Uhr

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