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Kultur in MV : Volkstheater: Kritik aus der Opposition

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 08:59 Uhr

Die Rostocker Bürgerschaft und Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) haben einer Zielvereinbarung für das Volkstheater zugestimmt. Auf Landesebene aber wird weiter gestritten. Heftige Kritik kommt aus der Linksfraktion, deren kulturpolitischer Sprecher Torsten Koplin sagt: „Teile der Bürgerschaft sahen sich offenbar genötigt, der Erpressung des Kulturministers nachzugeben.“ Dieser habe sie mit seinem Angebot gelockt, der freien Kulturszene 110 000 Euro mehr zur Verfügung zu stellen. Zugleich aber habe Brodkorb statt der vollen zehn Prozent des Ministeriumszuschusses nur 60 Prozent ausgezahlt, 250 000 Euro.

Das kritisiert auch Ulrike Berger, kulturpolitische Sprecherin der Grünen: „Es ist falsch, dass der Kultusminister die Stadt Rostock finanziell derart unter Druck setzt, dass ein Teil der Bürgerschaft keine andere Chance sieht, als einer Kürzung um mehr als 200 000 Euro zuzustimmen.“ Insbesondere beim Theater-Neubau sei Rostock auf das Land angewiesen. „Wir halten es für selbstverständlich, dass sich das Land angemessen beteiligt“, sagt Berger. „Diese Bereitschaft sollte sich die Bürgerschaft nicht mit Spartenschließungen oder ähnlichen Einschnitten erkaufen müssen.“

Brodkorb selbst hatte im Vorfeld der Bürgerschaftssitzung betont, den Zuschuss für die freie Kulturszene unabhängig vom Zustandekommen der Zielvereinbarung zur Verfügung stellen zu wollen. Er reagiert auf die Kritik und sagt: „Ich wünsche mir einen größeren Respekt vor demokratischen Beschlüssen der Rostocker Bürgerschaft. Auch das hat etwas mit Kultur zu tun.“

Schützenhilfe kommt aus seiner Fraktion. Die Zusammenarbeit von Stadt und Land sei entscheidend für die notwendige Reform des Theaters, so der kulturpolitische Sprecher der SPD, Ingulf Donig. „Deshalb sind die Beschlüsse für eine Theater-Zielvereinbarung, für einen Philharmonie-Haustarif und für die künftige Zusammenarbeit mit dem Land ein großer Schritt, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, so Donig.
 

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