zur Navigation springen

Untreue-Verdacht im Kreis Uecker-Randow : Volkssolidarität erneut im Zwielicht

vom

Der Volkssolidarität in MV droht neuer Ärger. Der Kreisverband Uecker-Randow hat nach Angaben seines Vorsitzenden Arnim Beduhn Strafanzeige wegen Verdachts der Untreue gegen seine ehemalige Geschäftsführerin erstattet.

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2012 | 07:38 Uhr

Schwerin/Pasewalk | "Füreinander - Miteinander", lautet das Leitmotiv der Volkssolidarität (VS). Der in den ostdeutschen Bundesländern ebenso bekannte wie angesehene Sozialverband versteht sich als Heimat von Menschen, die Solidarität brauchen und geben. Doch sein Image hat, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, in den zurückliegenden Jahren arg gelitten. Schuld daran sind einzelne Mitarbeiter, die statt an das Wohl Anderer zuerst einmal an sich selbst gedacht haben.

Zuerst war es ein Immobilienskandal, der die Kreisverbände Bad Doberan/Rostock-Land und Mecklenburg-Mitte erschütterte. Rund 1600 meist ältere Anleger hatten der Volkssolidarität vertraut und ihre Ersparnisse - in Einzelfällen bis zu 120 000 Euro, insgesamt 9,5 Millionen Euro - in VS-Immobilienfonds angelegt. Die Fonds gingen pleite - schuld daran sollen verantwortliche Mitarbeiter der Volkssolidarität gewesen sein. Ende Januar hat die Rostocker Staatsanwaltschaft gegen die beiden Männer Anklage wegen schweren Betruges und Insolvenzverschleppung erhoben. Im Frühjahr soll der Prozess beginnen.

Nun erschüttert ein neuer Skandal die Volkssolidarität im Land. Die ehemalige Geschäftsführerin des Kreisverbandes Uecker-Randow soll an ihrem eigenen Vorstand vorbei eine Kindertagesstätte in Pasewalk für einen symbolischen Preis gekauft und an die Volkssolidarität weitervermietet haben - obwohl diese die Kita seit 1996 bereits betreibt. Der Vorfall war Ende vergangenen Jahres durch anonyme Hinweise bekannt geworden. Der Kreisverband schaltete daraufhin einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer ein. Seine Erkenntnisse bewogen den Kreisvorstand, die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg einzuschalten und Strafanzeige gegen die Ex-Geschäftsführerin wegen Verdachts der Untreue zu stellen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, werde auch ermittelt, ob es gegen weitere Beteiligte einen Anfangsverdacht gibt.

Nicht nur der Kreis-, sondern auch der Landesvorstand der Volkssolidarität fürchtet nun einen weiteren Imageverlust. "Das Vertrauen können wir nur zurückgewinnen, wenn wir offen und ehrlich mit Dingen umgehen, die unangenehm sind", betont die VS-Landesvorsitzende Petra Billerbeck. Dann würden auch "die guten Dinge, die wir tun", wieder gesehen werden.

Über die Situation in Pasewalk sei sie unterrichtet, es sei nach ihrer Kenntnis keine einfache, "aber man hat es eben mit Menschen zu tun, und Menschen machen auch Fehler". Selbstverständlich müssten die Vorfälle jetzt schnell und umfassend aufgeklärt werden, fordert die Landesvorsitzende.

Die 15 Kreisverbände der Volkssolidarität im Land sind juristisch selbstständig. Der Landesverband mit seinen knapp 50 000 Mitgliedern habe aber nach dem Immobilienskandal seine Satzung dahingehend geändert, dass der Landesvorstand bei Unregelmäßigkeiten unverzüglich zu informieren und dann auch zu Prüfungen berechtigt sei, so Petra Billerbeck.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen