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Plagegeister : Viren-Mücken: Die Gefahr ist groß

vom
Aus der Onlineredaktion

Globalisierung und globale Erwärmung bringen Tropen-Krankheiten mit sich

von
erstellt am 07.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Erst sticht es, dann brennt es und schließlich fängt es fürchterlich an zu jucken: Die Mücken sind los – und sie sind durstig. Wenn sie Blut anzapfen, können sie gefährlich werden. Denn Mücken sind potenzielle Krankheitsüberträger. Malaria, Gelbfieber, Denguefieber, Zika-Virus, West-Nil-Fieber, Würmer – mit der globalen Erderwärmung kommt die Gefahr näher.

Mehr als 50 Mückenarten tummeln sich derzeit in Deutschland. Wann und wo sie vorkommen, kartiert der Mückenatlas. Auch exotische Ausläufer wie die Busch- und die Tigermücke haben sich längst in den heimischen Breitengraden angesiedelt. „In Mecklenburg-Vorpommern ist es ihnen noch zu kalt, bis sie hier sind, ist es aber nur noch eine Frage der Zeit“, weiß Kai Gloyna vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock. „Sie werden eingeflogen und eingefahren“, erklärt der Biologe. Zum Beispiel durch Importhandel oder durch Urlauber. Mit Erregern infizierte Mücken können Krankheiten auf den Menschen übertragen. „Allerdings hat jedes Virus eine Temperaturspanne, unter der es sich besonders gut entwickelt. Was die Mücken in den Tropen können, können sie also noch lange nicht hier“, verdeutlicht Gloyna und ergänzt: „Bevor eine Mücke Überträger sein kann, muss ein infizierter Mensch da sein, also jemand, der den Virus in sich trägt.“

Tropenmediziner Emil Reisinger von der Universität Rostock kennt solche Fälle aus Deutschland und Europa. Erst am vergangenen Donnerstag starben in Griechenland eine 90-Jährige und ein 76-Jähriger an dem von Mücken übertragenen West-Nil-Fieber, weitere zwölf Menschen sind laut dem griechischen Gesundheitsministerium erkrankt. „2007 brachte ein Italiener aus Brasilien das Chikungunya-Virus mit. In kürzester Zeit erkrankten rund 200 Personen“, erinnert sich Reisinger. Angesichts des Klimawandels geht er davon aus, dass auch in Deutschland perspektivisch die für den Menschen extrem gefährlichen Viren übertragen werden können. Zum Beispiel sei für die Ausbreitung von Malaria Wärme der entscheidende Faktor.

Angesichts wärmerer Temperaturen könnten aber auch heimische Mückenarten Überträger bislang hier nicht bekannter Krankheitserreger werden, sagt Infektionsmedizinerin Stefanie Becker.


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