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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 05:10 Uhr

Heiligendamm : Villen werden wieder Perlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sanierungsarbeiten an historischen Logierhäusern neben dem Grand Hotel Heiligendamm schreiten voran

von
erstellt am 03.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Ist der Krieg zwischen der Stadt Bad Doberan und dem Investor Anno August Jagdfeld um die so genannte Perlenkette in Heiligendamm endgültig beendet? Die Bauarbeiten an den historischen Villen neben dem Grand Hotel sind zumindest in vollem Gange. Ein Prozess, dem ein jahrelanger Streit vorausging. „Das ist das Ergebnis, wenn man sich verträgt und endlich Ruhe einkehrt“, sagt Julius Jagdfeld, Sohn des Immobiliengiganten. „Es ist immer besser miteinander zu arbeiten als gegeneinander“, bestätigt Stephan Krauleidis (CDU) Stadtpräsident Bad Doberans.

Im Februar 2015 erklärte Anno August Jagdfeld, er wolle die Sanierung der sieben Logierhäuser aus der Zeit zwischen 1854 und 1861 so schnell wie möglich angehen. Gleichzeitig versprach er, die Villen „Möwe“ und „Schwan“ zu retten, die von der Denkmalschutzbehörde bereits zum Abriss freigegeben waren. Die Stadt Bad Doberan gab im Gegenzug den Verbindungsweg zwischen dem Bahnhof in Heiligendamm und der Seebrücke auf. Der 15 Punkte umfassende Kompromiss kam, nachdem „15 Jahre nichts passiert war“, so Krauleidis. Zuletzt hatten Stadtvertreter eine Kündigung des Grundlagenvertrages mit Jagdfeld in Betracht gezogen, weil dieser seine Zusage, zur Entwicklung des ersten deutschen Seebades beizutragen, bis dato nicht erfüllt hatte. 2012 hatte die Stadt dem Großunternehmer nach mehrmaliger Verlängerung und jahrelangem Investitionsstillstand die Baugenehmigung für die Sanierung der Perlenkette entzogen – zu Unrecht. Jagdfeld holte sich per Gericht sein Baurecht zurück.

Derzeit werden in der Villa „Greif“ Abbrucharbeiten unternommen, unter anderem tragende Wände herausgerissen. Anschließend soll das Gebäude unterkellert werden. Die Villa wurde 1854 als Gästehaus für die Angehörigen der großherzoglichen Familie Mecklenburg errichtet. Ihren Namen erhielt das Strandhaus aus der Epoche der Neorenaissance allerdings erst sieben Jahre später – vom Großherzog per Erlass angeordnet. Zuletzt waren in der Perlenkette Ärzte untergebracht, die am Sanatorium des Seebades, dem Vorgänger der heutigen Median Klinik, arbeiteten. Teilweise beherbergten die Villen sogar Behandlungsräume. Nun sollen sechs Eigentumswohnungen zwischen 70 und 127 Quadratmetern entstehen. „Wir sind praktisch ausverkauft“, sagt Julius Jagdfeld. „Die Käufer kommen aus ganz Deutschland“, ergänzt Heiner Zimmermann, Geschäftsführer der (ECH). Zimmermann überwacht den Bauprozess. Genaue Investitionssummen gibt er nicht preis: „Wir sprechen ungern über Geld.“

Im März 2018 sollen die Käufer einziehen können. „Sofern es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt durch Streiks oder Unruhen“, stichelt Jagdfeld. Die Mieter dürfen die Wohnungen lediglich privat nutzen, eine Vermietung ist nicht erlaubt. „Das ist in einem Betreibervertrag mit der Residenzverwaltung des Grand Hotels geregelt“, erläutert Zimmermann. Bis Ende 2022 soll die gesamte Perlenkette saniert sein. Im nächsten Schritt widmet sich die ECH der Villa „Möwe“.

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