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Film vorgestellt : Vier Schweriner rocken Amerika

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Quartett Kruse/Kruse/Rackwitz/Nimke startete 2014 beim Race across America – gestern stellten die vier in der SVZ den Film dazu vor

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erstellt am 12.Mai.2015 | 21:45 Uhr

Entdeckungsreise durch die Nationalparks im Westen oder auch ein Nostalgie-Trip (möglichst natürlich auf einer Harley) auf der legendären „Route 66 “ – vier Schwerinern war das längst nicht Amerika-Abenteuer genug. Abseits des touristischen Mainstreams hatten sie sich eine Tour quer durch die USA in den Kopf gesetzt – auf Fahrrädern. Unterstützt durch ein Betreuer-Team fuhren Bahnrad-Olympiasieger Stefan Nimke, Straßenfahrer Daniel Rackwitz sowie die Triathleten Michael und Dennis Kruse im Juni 2014 das seit 1982 jährlich ausgetragene „Race across America“, begleitet seinerzeit auch von Filmemacherin Katja Grobareck. Deren gerade fertiggestellter Film erlebte gestern Abend – sozusagen noch mit feuchten Farben – vor rund 150 begeisterten Zuschauern im Casino unseres Verlagsgebäudes seine Uraufführung mit anschließender reger Podiumsdiskussion.

Das „Race across America“ gilt als das härteste Radrennen der Welt. In stetem Fahrerwechsel, aber nonstop, werden dabei die 4800 km von Oceanside an der Pazifikküste Kaliforniens bis nach Annapolis in Maryland am Atlantik unter die Pneus genommen. 5 Tage, 19 Stunden und 46 Minuten brauchte das Team „Best of Northern Germany MV“ und beendete damit das Rennen der zwölf gestarteten Quartette auf Rang vier, acht Stunden und fünf Minuten hinter den Siegern aus den USA.

„Die Kruses waren schon immer ein bisschen krank, was das angeht“, verrät in dem Streifen Daniel Rackwitz auf die Frage, wie verrückt – natürlich im positiven, im sportlichen Sinne – man denn sein muss, um sich so ein Rennen überhaupt anzutun. Denn auch wenn sich die Strecke ja letztlich durch vier teilt, bleiben pro Mann 1200 km in 35 reinen Fahrstunden, und das im Schnitt mehr als 34 km/h schnell – inclusive maximal zweier täglicher Stunden Schlaf in einem schaukelnden Wohnmobil.

Hintergründiges, im Film noch Verborgenes, gab es in der anschließenden Podiumsdiskussion – angefangen von Unwägbarkeiten in der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Getränken bis hin zu einem Unwetter, das die Fahrer auf halber Strecke überraschte. „Die Ernährung war gut durchgeplant, aber im Laufe des Rennens mussten wir vollständig umstellen“, erzählte Vivi Kruse, beim RaA „Mutter der Kompanie“ und Mädchen für alles: Verpflegung, Wäsche, Einkauf bis hin zur psysiotherapeutischen Behandlung. „Rund 100 Sätze Sportkleidung mussten gewaschen werden“, beschreibt die Gattin von Michael Kruse und Mutti von Dennis. Jeder Sportler hatte vier Sätze an Ausrüstung mit, nach jedem Sechs-Stunden-Einsatz musste gesäubert werden. „Du kamst nassgeschwitzt von deiner Tour. Dann schnell duschen, frische Klamotten an, etwas essen, wenn es ging – und das ging während der Fahrt nicht. Dafür hat das Wohnmobil viel zu stark geschaukelt“, fasst Michael Kruse die „Ruhezeiten“ zwischen den „Schichten“ zusammen. „Selbst schlafen konnte man nicht wirklich…“

„Am Ende saßen einige der Betreuer im Halbschlaf am Steuer“, ergänzt Teammanager Dr. Alexander Deißler zu den Strapazen des sechsköpfigen Begleitteams.

Sollte es je zu einem zweiten Start der Schweriner beim Race across America kommen, dann, so sind sich alle einig, mit größerer Begleitung und mehr Fahrzeugen. Ob es einen zweiten Start geben wird, steht aber in den Sternen. Schon bald allerdings wird es ein Wiedersehen mit den vier Rennfahrern geben. Am 30. Mai um 7 Uhr startet das Quartett zu den 300 Kilometern der Mecklenburger Seen Runde mit Start und Ziel in Neubrandenburg.

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