Neujahrsempfang im Schloss Bellevue : Vier Mecklenburger treffen Gauck

<strong>Gudrun und Ernst Schützler</strong> haben sich den Erhalt und den Schutz der Flora und Fauna im Naturpark Sternberger Seenlandschaft auf die Fahnen geschrieben. <fotos>red</fotos>
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Gudrun und Ernst Schützler haben sich den Erhalt und den Schutz der Flora und Fauna im Naturpark Sternberger Seenlandschaft auf die Fahnen geschrieben. red

Zum Neujahrsempfang im Schloss Bellevue begrüßt der Bundespräsident heute vier Engagierte aus MV. Dabei stellt sich Joachim Gauck den Fragen von Gudrun und Ernst Schützler, Gudrun Helmig und Annegret Panz.

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10. Januar 2013, 10:07 Uhr

Berlin | Eine Frage darf die Mecklenburgerin Gudrun Helmig dem Bundespräsidenten stellen. Lange vorbereiten musste sich die Rentnerin dafür nicht. Für sie war schnell klar, welches Thema sie unbedingt beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue in Berlin ansprechen wird. "Wir versuchen bereits seit Jahren, dass das Schulfach Hauswirtschaft bei uns in Mecklenburg-Vorpommern anerkannt wird", erzählt die Vorsitzende des Landfrauenverbands in Nordwestmecklenburg. "Es gibt so viele Jugendliche und auch Schüler, die hoch verschuldet sind. Das Schulfach Hauswirtschaft würde da schon helfen." Die 64-Jährige engagiert sich seit Anfang der 1990er-Jahre für das öffentliche Leben, baute den Landfrauenverband in Nordwestmecklenburg auf und leitet ihn bis heute. Zudem initiierte sie unter anderem eine Vermarktungsinitiative für die Nordwestmecklenburger Höfe.

Für ihren unermüdlichen Einsatz wird Gudrun Helmig heute beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt im Schloss Bellevue geehrt. An ihrer Seite werden noch drei weitere Vertreter stehen, die sich in Mecklenburg-Vorpommern engagieren.

"Im ersten Moment war ich etwas erschrocken, weil ich das gar nicht für möglich gehalten hätte", erinnert sich Gudrun Schützler aus Qualitz, als sie die Einladung für den Neujahrsempfang erhielt. Zusammen mit ihrem Ehemann Ernst Schützler ist sie in das Schloss Bellevue eingeladen worden.

Das Ehepaar stellt jedes Jahr ihren Pfarrgarten für das Jugendsommertheater zur Verfügung. Gemeinsam engagieren sie sich zudem für die Fauna und Flora im Naturpark Sternberger Seenlandschaft. Sie haben sich beispielsweise der Landweg-Kartierung im Naturpark angenommen und gemeinsam einen Flyer gestaltet. Von 2010 bis 2012 haben Gudrun und Ernst Schützler rund 300 Landwege mit einer Gesamtlänge von 450 Kilometern kartiert. Ernst Schützler ist unter anderem auch Gründungsmitglied und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Bützower Land e.V. 2008 rief das Ehepaar gemeinsam mit dem Verein eine Solar-Initiative ins Leben. "Mein Mann hat sich über diese Auszeichnung genauso gefreut wie ich. Wir haben beide für uns festgelegt, dass wir diese Ehrung stellvertretend für die Vereine entgegennehmen, in denen wir tätig sind", so die 61-Jährige. Dem Bundespräsidenten möchte sie bei ihrem Treffen gern sagen, dass er doch gern mal wieder zu Besuch kommen könne, da seine erste Pfarrstelle doch in der Region um Güstrow war.

Annegret Panz möchte von Joachim Gauck gern wissen, ob es tatsächlich dazu komme, dass die Bundesmittel für Studienfahrten nach Au s chwitz gekürzt werden sollen. Sie ist Lehrerin für Geschichte am Elbe-Gymnasium in Boizenburg und initiiert verschiedene Projekte mit ihrer Schülern zur regionalen Geschichtsaufarbeitung und politischen Bildung. "Ich möchte deutlich machen, wie wichtig es ist, diese Projekte weiterhin zu unterstützen", so die Lehrerin. An ihrer Schule hat Panz zusätzlich die Leitung für das Projekt "Jugend debattiert" übernommen. Durch die Schulausflüge ist sie mehrmals im Jahr in der Hauptstadt. Doch so aufgeregt wie dieses Mal, war sie noch bei keinem. "Ich freue mich sehr über diese Einladung. Ich sehe es als große Ehre an, dabei sein zu dürfen", erzählt Annegret Panz. "Ich bin auch ganz neugierig, was mich alles erwartet. Diese Ehrung ist auch gleichzeitig eine tolle Ermutigung, die politische Bildung und die Arbeit mit den Schülern weiter zu führen."

Neben Repräsentanten des öffentlichen Lebens sind rund 60 Bürger aus allen Bundesländern zum Neujahrsempfang eingeladen. Sie alle haben sich um das Gemeinwohl besonders verdient gemacht. Im Anschluss an das Defilee lädt der Bundespräsident die geladenen Gäste zu einem gemeinsamen Mittagessen in den Großen Saal seines Amtssitzes ein, um miteinander ins Gespräch zu kommen. "Es wird, denke ich, alles sehr feierlich werden. Aus allen Bundesländern treffen wir engagierte Menschen", freut sich Gudrun Schützler. "Und es wird bestimmt die ein oder andere interessante Bekanntschaft entstehen."

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