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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 01:17 Uhr

Gesundheit : Vier Doppelstunden Schulsport?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

CDU-Bundestagsabgeordneter Monstadt fordert, bei der Unterrichtsgestaltung die Diabetesprävention in den Blick zu nehmen

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 07:47 Uhr

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Getreu dieser alten Volksweisheit fordert der Schweriner Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt, in allen Schulen pro Woche vier Doppelstunden Sport zu unterrichten und der Ernährungsberatung mehr Raum zu geben. „Denn wesentliche Ansätze für eine gesunde Lebensweise werden im Kindes- und Jugendalter vermittelt“, betont der CDU-Politiker, der Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages ist. Als Berichterstatter für Diabetes liegt ihm die Prävention dieser Erkrankung besonders am Herzen – „ denn auf uns und auf die Gesundheitsversorgung rollt in dieser Hinsicht ein Tsunami zu.“ Allein zwischen 2008 und 2012 stieg die Zahl der Erkrankten in Deutschland um 14 Prozent. Bundesweit sind mittlerweile rund acht Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten Diabetiker – Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 9,6 Prozent, wie auch alle anderen östlichen Bundesländer, deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Besorgniserregend ist Monstadt zufolge, dass hierzulande auch immer mehr Kinder an dem durch die Lebensweise beeinflussten Diabetes Typ II, der landläufig als Alterszucker bezeichnet wird, leiden. Hier müsse gerade in einem Land, das den Anspruch hat, das Gesundheitsland Nummer eins zu werden, dringend gegengesteuert werden, fordert der Bundestagsabgeordnete. „Schon 15 Minuten Bewegung am Tag reichen, um Diabetes vorzubeugen“, betont Monstadt.

Eine Alternative wäre, täglich 10 000 Schritte zu gehen. Doch Kinder würden sich heute nur noch selten auspowern. „Sie spielen überhaupt nur noch selten draußen, und sie fahren auch nicht mehr mit dem Rad zur Schule – was vielerorts sicher auch der Verkehrssituation geschuldet ist“, so Monstadt. „Deshalb muss es Anregungen von außen geben, körperlich aktiver zu werden.“ Personalmangel als Gegenargument will der CDU-Politiker nicht gelten lassen: Fitnesstrainer z. B. seien morgens durch Senioren und abends durch Berufstätige ausgelastet – zwischendurch aber könnten sie sich an Schulen engagieren. Oder Vereinstrainer: Würden sie einen Teil des Sportunterrichts übernehmen, könnten sie gleich noch neue Talente sichten.

Im Bildungsministerium sieht man die Vorschläge dennoch skeptisch: „Die Jahrgangsstufen zwei bis sechs haben drei, alle anderen zwei Wochenstunden Sport“, erläutert Henning Lipski, der Sprecher des Bildungsministeriums. Den Sportunterricht weiter auszudehnen, sei abwegig, weil die Kontingent-Stundentafel nicht erhöht werden könne – es sei denn, es würde weniger Deutsch oder Mathematik unterrichtet werden, und das könne niemand ernstlich wollen. Zumal: „Sport gibt es ja auch noch in der Freizeit“, so Lipski. In den schulischen Rahmenplänen würden Gesundheitsförderung und Prävention aber durchaus breiten Raum einnehmen. In das vom Land aufgelegte Schulobstprogramm sei beispielsweise ein Ernährungsführerschein integriert, betont der Ministeriumssprecher. Auch die Arbeit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung sei in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

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