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Hospiz- und Palliativgesetz : Viele Hospize, keine Bedarfsanalyse

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ambulante Sterbebegleitung soll ausgebaut werden

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Unheilbar kranken Menschen eröffnet das neue Hospiz- und Palliativgesetz in Deutschland bessere Möglichkeiten, die letzten Lebenstage zu Hause zu verbringen. „Das ist oft der größte Wunsch von Sterbenskranken“, sagte Jörg Fiedler vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz und Palliativmedizin in MV.

Der Wunsch kann oft nur erfüllt werden, wenn Mitarbeiter eines ambulanten Hospizdienstes und Pflegekräfte der ambulanten Palliativversorgung zu den Sterbenskranken nach Hause kommen. Das Gesetz vom Dezember 2015 regelt Fiedler zufolge vor allem die bessere Förderung der Sachkosten von ambulanten Hospizdiensten. Fahrtkosten und Aufwendungen für Miete und Verwaltung sowie der Einsatz ambulanter Hospizdienste in Krankenhäusern werden nun durch die Krankenkassen gefördert.

„Für uns ist es ganz wichtig, dass wir die Begleitung auf Palliativstationen von Krankenhäusern jetzt auch honoriert bekommen“, sagte die Koordinatorin beim ökumenischen Hospizdienst Christophorus Güstrow-Teterow, Sabine Büssow. Die Arbeit werde von Ehrenamtlichen gemacht, fast ausschließlich von Frauen. Drei angestellte Koordinatorinnen leiten dabei 40 bis 50 Mitarbeiterinnen im Landkreis Rostock an. Sie machen zudem die Erstbesuche bei Patienten und deren Angehörigen. Beim zweiten Besuch sei die künftige Hospizhelferin dabei, berichtete Büssow. Wichtig sei, dass die „Chemie“ zwischen der Hospizhelferin und dem Kranken stimme. Die weitere Begleitung übernehme die Ehrenamtliche allein. Manchmal gehe es nur darum, dass jemand bei den Kranken ist. Andere wollen reden, Dinge klären. Dieser Dienst ist für die Betroffenen kostenlos.

Das Palliativzentrum der Helios Kliniken Schwerin arbeitet seit seiner Eröffnung vor knapp 15 Jahren eng mit Hospizdiensten zusammen, wie die Leitende Oberärztin Barbara Annweiler berichtete: „Dies beinhaltet auch die Begleitung innerhalb der Klinik nicht nur zur eigentlichen Sterbebegleitung.“

Die Landesarbeitsgemeinschaft als Zusammenschluss von ambulanten Hospizdiensten, stationären Hospizen und Palliativstationen fordert den weiteren Ausbau der ambulanten Sterbebegleitung. „Hospize haben wir im Vergleich zu Hamburg schon viele“, sagte Fiedler. Was fehle, sei eine Bedarfsanalyse. „Wir wünschen uns einen landesweiten Hospizplan.“ Ein erstes Gespräch habe es Ende 2015 gegeben.

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