Bildung MV : Viele Grundschulen unterschreiten Vorgaben

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Vor allem in kleinen Dörfern werden die Mindestgrößen für Schulklassen kaum noch erreicht

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05. Januar 2016, 08:00 Uhr

Trotz der wieder steigenden Einschulungszahlen schrumpfen die Grundschulen auf dem Lande weiter. So verfehlten zu Beginn des Schuljahres 2015/16 erneut 51 öffentliche Schulen die Vorgaben für die Klassenmindestgröße. Diese beträgt 20 Schüler für Orte mit einer Schule und 40 für sogenannte Mehrfachstandorte. Besonders häufig wurden im Schulamtsbezirk Greifswald Eingangsklassen gebildet, obwohl die geforderten Größen nicht erreicht wurden. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, über die der NDR gestern berichtete und die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In den vorpommerschen Dörfern Görmin und Lüdershagen etwa besuchen jeweils elf Schüler die 1. Klassen. In Altenhof (Mecklenburgische Seenplatte) und in Warnow (Landkreis Rostock) sind es nur neun. Um die Schulwege für die Kinder erträglich zu halten, lässt das Schulgesetz aber für 38 „Kleine Grundschulen auf dem Land“ Ausnahmeregeln zu. Derzeit gibt es 267 öffentliche Grundschulen und Schulen mit Grundschulteil. Für Privatschulen schreibt das Landesschulgesetz keine Mindestklassengrößen vor.

Die Bildungsexpertin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, die auch die Anfrage gestellt hatte, sprach sich für eine Senkung der Vorgaben für die Mindestschülerzahlen an Einzelstandorten auf 15 aus. Da aber auch das auf Dauer nicht überall helfen könne, die kleinen Schulen zu erhalten und das pädagogische Angebot dort zu sichern, sei die Bildung von Schulzentren mit angeschlossenen Außenstellen möglicherweise der bessere Weg.

Ein Sprecher des Bildungsministeriums warnte davor, mit einer Standortdebatte Eltern und Lehrer unnötig zu verunsichern. Seit dem Jahr 2009 steige die Gesamtschülerzahl kontinuierlich an.

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