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Turbulente Silvesternacht in MV : Viele Brände und mehrere Verletzte

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Mehrere Brände und Zehntausende Euro Schaden sind die Bilanz des Neujahrsfeuerwerks in Mecklenburg-Vorpommern. Die Beamten hatten es wiederholt auch mit illegalen Böllern zu tun.

svz.de von
erstellt am 01.Jan.2015 | 11:54 Uhr

Mit Sekt und Feuerwerk haben die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern das neue Jahr begrüßt. Am Neujahrstag stürzten sich Hunderte Mutige beim Eisbaden unter anderem in Boltenhagen und Kühlungsborn in die eiskalten Fluten der Ostsee. Am Abend wurden in Warnemünde Zehntausende zum Lichtspektakel „Leuchtturm in Flammen“ erwartet.

Für manchen hatte die Silvesternacht jedoch schlimme Folgen. Feuerwehr und Polizei mussten landesweit zu zahlreichen Bränden und anderen Zwischenfällen ausrücken. Die Schäden gehen in die Hunderttausende. Mehrere Menschen wurden verletzt. In Schwerin endete die Neujahrsnacht für acht Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Klinik, darunter waren auch zwei zehnjährige Kinder. Sie wurden wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung  behandelt. Im Keller war offenbar vorsätzlich ein Feuer gelegt worden, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt mussten 14 Bewohner in Sicherheit gebracht werden.

In Greifswald setzte eine Feuerwerksbatterie eine Wohnung in Brand. Auch die Fassade und mehrere Balkone des Mehrfamilienhauses wurden beschädigt. Die Polizei bezifferte den Schaden mit 60 000 Euro. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten Unbekannte die Batterie zu nah am Haus gezündet.

In der Landeshauptstadt explodierte eine nicht zugelassene Silvesterrakete in der Küche eines Wohnhauses. Die Rakete hatte das geschlossene Fenster durchschlagen. Bei dem Unglück erlitt die Wohnungsinhaberin einen Schock; Einbauküche, Inventar und die Küchentür wurden beschädigt. In Teterow (Landkreis Rostock) beschädigten Silvesterraketen das Rathaus. Eine Raketen durchschlug das Fenster des Rathaussaales, richtete im Innenraum jedoch keine Schäden an. Eine zweite Rakete habe ein daneben liegendes Fenster getroffen und die äußere Scheibe beschädigt.

In Setzin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde ein 15-Jähriger durch eine Schreckschusswaffe im Gesicht verletzt. Der Junge kam ins Krankenhaus. Geschossen hat der Polizei zufolge ein 41-jähriger Mann. Er war aus einer Gruppe Jugendlicher heraus mit Silvesterknallern beworfen worden und schoss dann in deren Richtung.

In Rostock zündeten Unbekannte einen Böller mit hoher Sprengkraft hinter der Scheibenverblendung eines Lebensmittel-Discounters. Durch die Wucht der Explosion wurden mehrere Aluminiumverkleidungen aus ihren Halterungen gerissen und eine Scheibe beschädigt. In Gresse (Landkreis Ludwigslust-Parchim) geriet das Dachgeschoss eines Einfamilienhauses in Brand. Die Polizei vermutet, dass eine Silvesterrakete das Feuer ausgelöst hat.

In Schwerin brannte es im Keller eines Wohnhauses, nachdem eine Rakete das Kellerfenster durchschlagen hatte. Eine Bewohnerin wurde verletzt. In Malliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim) brannte eine leerstehende Gaststätte aus - die Ursache dort ist unklar. Im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg mussten Polizei und Feuerwehr in der Neujahrsnacht zu 17 Bränden ausrücken.

In Wolgast (Kreis Vorpommern-Greifswald) brannte gegen 4.00 Uhr ein Carport mit mehreren Fahrzeugen. Der Schaden beläuft sich laut Polizei auf rund 80 000 Euro. Auch in Meiersberg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) brannte ein Carport. Außerdem wurden die Beamten zu 15 Körperverletzungen gerufen. Die Streithähne waren meist betrunken.

Immer wieder hatte es die Polizei mit illegalen Böllern zu tun: So zündete ein Mann auf dem Markt von Neustrelitz einen selbst gebauten Sprengsatz, der unter anderem Holzstücke, Gipsklumpen und Schrauben enthielt. Von den vielen Menschen auf dem Platz sei jedoch niemand verletzt worden. Gegen den Mann wird wegen der Herbeiführung einer Explosion ermittelt.

In Stralsund nahmen Beamte mehreren Jugendlichen sogenannte Polenböller ab, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Sie enthalten oft deutlich mehr Sprengstoff als legale Knaller.

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