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Arbeitnehmer mit Handicap in MV : Viele Betriebe kaufen sich frei

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vier von fünf erfüllen vorgeschriebene Behindertenquote nicht

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2016 | 11:45 Uhr

Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern tun sich nicht leicht damit, Schwerbehinderten eine Chance zu geben. Nur gut ein Fünftel (21,3 Prozent ) von 3067 Unternehmen mit mindestens 20 Angestellten erfüllte 2015 die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote Schwerbehinderter. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock hervor, die die Beschäftigungssituation im Jahr 2014 widerspiegeln.

Immerhin: In der Landesregierung wird die Beschäftigungsquote erfüllt, so der Sprecher des Sozialministeriums Christian Moeller. Im Durchschnitt aller Ressorts lag demnach 2015 die Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Menschen bei 7,23 Prozent, im Sozialministerium sogar bei 13,99 Prozent.

Nach Paragraf 71 des Sozialgesetzbuches IX müssen Betriebe mit jahresdurchschnittlich mindestens 20 Beschäftigten wenigstens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Tun sie es nicht, sind sie zur Zahlung einer Ausgleichsabgabe verpflichtet. „In Mecklenburg-Vorpommern sind 2015 etwa 6,3 Millionen Euro gezahlt worden“, so Lagus-Sprecherin Anja Neutzling. Ein Jahr zuvor seien es 6,1 Millionen Euro gewesen. Verwendet wird dieses Geld, um schwerbehinderten Menschen die Teilhabe am Arbeits- und Berufsleben zu ermöglichen. 2015 seien insgesamt 1106 entsprechende Anträge gestellt worden, so Neutzling. Das Lagus habe für die behinderungsgerechte Umgestaltung bereits vorhandener Arbeitsplätze und die finanzielle Abgeltung von außergewöhnlichen Belastungen, die im Rahmen der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auftreten, insgesamt ca. 4,1 Millionen Euro gezahlt. Für die Förderung neuer Arbeits- bzw. Ausbildungsplätze wurden Zuschüsse in Höhe von 787 200 Euro gezahlt – immerhin 55 000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Außerdem wurden aus der Ausgleichsabgabe an schwerbehinderte Menschen Zuschüsse in Höhe von rund 504 400 Euro gezahlt, 319 000 Euro davon für Arbeitsassistenz.

Seit Anfang dieses Jahres, so Neutzling, gilt eine höhere Ausgleichsabgabe. Je Monat und unbesetztem Pflichtplatz müssen nun zwischen 125 und 320 Euro gezahlt werden. Bislang lag die Spanne zwischen 115 und 290 Euro im Monat.

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