Vielanker kämpfen für ihren Radweg

Auf der Landesstraße 06 geht es eng zu. Die Vielankern und Einwohner der umliegenden Gemeinden fordern mit Nachdruck eine Trasse für Radfahrer. Foto: Archiv
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Auf der Landesstraße 06 geht es eng zu. Die Vielankern und Einwohner der umliegenden Gemeinden fordern mit Nachdruck eine Trasse für Radfahrer. Foto: Archiv

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31. Juli 2012, 06:25 Uhr

Ludwigslust/Schwerin | Nur noch zwei Tage, dann steigt am 3. August in Jessenitz-Dorf die Protestveranstaltung der neu gegründeten Interessengemeinschaft Pro Radweg L06, die eben eine solche Trasse an der genannten Landesstraße fordert. In den vergangenen Wochen und Monaten gab es bereits viele Gespräche mit Landespolitikern, mit Vertretern der zuständigen Ministerien und Behörden. Die Geduld der Vielanker ist zu Ende.

Gestern äußerte sich in seinem Büro im Schweriner Landwirtschaftsministerium der SPD-Landtagsabgeordnete und Minister Till Backhaus, in dessen Wahlkreis die Region um Vielank liegt, zu diesem brisanten Thema. "Anfang September wird eine neue Verkehrszählung durchgeführt, so dass Ende des genannten Monats entsprechende Ergebnisse vorliegen und somit die Notwendigkeit eines Radwegebaus an der L06 zwischen Jessenitz und Vie lank nochmals geprüft werden kann", erklärte der Minister. Till Backhaus hatte sich im Juni dieses Jahres bei einem Treffen mit dem Verkehrsminister für dieses Vorhaben eingesetzt, die Verkehrsstärke erneut zu prüfen. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr wurde mit Schreiben vom 4. Juni beauftragt, eine entsprechende Verkehrszählung zu veranlassen.

Dieses Prozedere ist Voraussetzung, um einen Radweg errichten zu können. Für die Prüfung einer bestimmten Verkehrsstärke ist die ERA maßgeblich, dahinter verbirgt sich der Begriff Empfehlungen für die Anlage von Radverkehrsanlagen, die ab 2500 Kfz. am Tag bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bzw. ab 4000 Kfz. pro Tag bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h den Bau von Radwegen rechtfertigt. Davon ausgehend erfolgte im Herbst 2011 eine Prüfung des Radwegebaus an Landstraßen. Im Ergebnis wurde die L06 von Jessenitz nach Vielank aufgrund der zu geringen Belastung mit nur 963 Fahrzeugen je Tag aus der Radwegeplanung herausgenommen. Das Teilstück zwischen Lübtheen und Jessenitz, so machen es die Informationen aus dem Verkehrsministerium deutlich, weist dagegen im Schnitt rund 2500 Fahrzeuge pro Tag auf und ist für 2013 zur Realisierung angemeldet.

Bei einem Gespräch zu diesem Sachverhalt Ende Mai im Verkehrsministerium legte der stellvertretende Bürgermeister von Vielank, Heiko Bäuch, nochmals die Position der Gemeinden in der Region dar, sprach die Belange der Verkehrssicherheit, des Schwerlastverkehrs, der Tourismusentwicklung an. Dabei verwies Heiko Bäuch mit Nachdruck darauf, dass seit Jahren der Anteil des Schwerlastverkehrs auf dieser Strecke bis heute ungebrochen bleibt, und er die vorliegenden Zahlen des Verkehrsaufkommens nicht nachvollziehen kann. Ein Vergleich der Verkehrsmengenkarten 2007 und 2010 stützte diese Auffassung. Vor diesem Hintergrund wurde dem stellvertretenden Bürgermeister von Vie lank zugesagt, eine Zählung mit Schwerpunkt Lkw-Verkehr ab 7,5 Tonnen zuzulassen.

"Ich habe großes Verständnis für den Bau dieses Radweges, auch vor dem Hintergrund des Schwerlastverkehrs und aller damit verbundenen Faktoren, die Sicherheit und Lebenswertgefühl der Menschen beeinträchtigen. Ich habe die stille Hoffnung, dass die angekündigte Verkehrszählung positive Ergebnisse bringt, die das Vorhaben der Vielanker vorantreiben kann", so Till Backhaus, der auch seine Teilnahme am Runden Tisch im September in Vielank zugesagt hat.

Erst aber werden die Vielanker und ihre Mitstreiter von der Interessengemeinschaft Pro Radweg L06 am kommenden Freitag, dem 3. August, mit einer sicherlich machtvollen Demo in Jessenitz-Dorf ihrer Forderung lautstark Nachdruck verleihen.

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