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Wismarer Werft : Viel Vertrauen in Werft-Investor

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das Engagement der malaysischen Genting Gruppe in MV-Werften beschäftigt die Menschen in sowie rund um Wismar

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2017 | 08:00 Uhr

Aufbruchstimmung in Wismar: Seit Wochen gibt es an vielen Stammtischen, in Wartezimmern und auf der Straße nur noch ein Thema: das Engagement der Genting-Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere aber natürlich am Werften-Standort Wismar. Eine Frage, die in diesem Zusammenhang aber immer wieder gestellt wird: Wie nachhaltig ist das Ganze? Kein Wunder, die Wismarer sind gebrannte Kinder, wenn es um das Engagement von Investoren auf „ihrer“ Werft geht. Bremer Vulkan, Aker, Wadan, zuletzt der russische Investor Witali Jussufov. Keiner mehr da. Und nun also die malaysische Genting Group aus Fernost.

Vier Flusskreuzfahrtschiffe, drei Expeditions-Megayachten der „Endeavor“-Klasse und zwei Mega-Kreuzfahrtschiffe der „Global“-Klasse sollen allein in den nächsten fünf Jahren bei den neu gegründeten MV Werften gebaut werden. Doch warum ausgerechnet in Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, Wismar? Arbeitskräfte seien doch in Asien viel billiger – so die weitläufig verbreitete Meinung. „Wegen des boomenden asiatischen Kreuzfahrtmarkts und der begrenzten Anzahl von Werften, die große Kreuzfahrtschiffe bauen können, entschied sich die Genting Group, in MV Werften zu investieren“, sagt Stefan Sprunk, Leiter Marketing und Kommunikation bei MV Werften. Ab 2021 sollen jährlich sogar zwei Schiffe der „Global“- und zwei der „Endeavor“-Klasse gebaut werden.

Doch volle Auftragsbücher bedeuten noch lange nicht, dass alles auch so umgesetzt wird. Das weiß auch Harry Glawe. „Ich glaube aber, dass wir eine gute Zusammenarbeit vor uns haben. Und bis jetzt hat Genting immer Wort gehalten“, sagt der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern.

Thomas Beyer strahlt übers ganze Gesicht, wenn er auf das Engagement des neuen Investors angesprochen wird. Wen wunderts? Die Asiaten bringen Geld, Aufträge und damit viele neue Arbeitsplätze in die Stadt. „Ich bin sehr optimistisch, was die Nachhaltigkeit des Engagements der Genting Group bei MV Werften angeht. In sämtlichen Gesprächen hatten wir das Gefühl, dass das alles sehr sehr ernst gemeint ist. Klar ist aber auch, dass es in der Wirtschaft keine langfristigen Garantien gibt. Ein Markt entwickelt sich nun mal wie er sich entwickelt“, sagt der Bürgermeister der Hafenstadt mit langer Schiffbautradition.

Selbst die Arbeitnehmervertretung der neuen Werftengruppe blickt – und das ist auch nicht unbedingt selbstverständlich – optimistisch in die Zukunft. Die Betriebsratsvorsitzende Ines Scheel gegenüber SVZ: „Genting hat sofort die vertraglichen Vereinbarungen zur Übernahme der Beschäftigten auf den Tisch gelegt, 160 Millionen Euro – davon 74 Millionen allein in Wismar – investiert, baut bereits die ersten Flusskreuzfahrtschiffe und hat Aufträge für Antriebsaggregate für Schiffe erteilt, die bis 2019 ausgeliefert werden sollen. All das spricht für ein langfristiges Interesse.“

 

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