Bevölkerungsstudie : Viel Platz für alte Menschen

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Eine neue Studie bringt Ernüchterung: Der Einwohnerschwund in MV kann nicht gestoppt werden

Viele schöne Städte und Dörfer, eine weite, bezaubernde Landschaft, viel Platz, frische Luft: gute Argumente, um in Mecklenburg-Vorpommern zu leben. Doch das alles ist nicht verlockend genug. Die Rückkehr von Mecklenburgern und Vorpommern in ihre Heimat und eine wachsende Zuwanderung hatten die Hoffnung genährt, dass der Einwohnerschwund im Nordosten gestoppt werden kann. Nach Berechnungen der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh wird die Einwohnerzahl des Landes in den kommenden 15 Jahren nochmals um etwa 127 000 schrumpfen und somit unter 1,5 Millionen sinken.

Gegenwärtig leben etwa 1,6 Millionen Menschen in MV, 1990 waren es noch mehr als 1,9 Millionen. Laut Bertelsmann Stiftung wird das Land in 15 Jahren nur noch rund 1,47 Millionen Einwohner haben. Doch vollziehe sich die Entwicklung regional sehr unterschiedlich. Während Zentren wie Rostock und Schwerin sowie Lüdersdorf vor den Toren Lübecks oder auch Bad Doberan nur geringe Einwohnerrückgänge zu verkraften hätten, drohe Gemeinden wie Malchin und Friedland (Mecklenburgische Seenplatte) oder Strasburg (Vorpommern-Greifswald) der Verlust eines Viertels der Bevölkerung. Nur in Sachsen-Anhalt und Thüringen falle der Bevölkerungsrückgang noch stärker aus als in MV.

„Es wird immer schwieriger, eine gute Infrastruktur in den schrumpfenden und alternden Regionen zu gewährleisten“, erklärte Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Das betreffe Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene Gesundheitsversorgung. 2030 wird laut Bertelsmann Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern die Hälfte der Bürger älter als 52,6 Jahre sein. Dieses sogenannte Medianalter habe 2012 noch bei 48,5 Jahren gelegen. Die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre steigt der Studie zufolge in MV bis 2030 von 84 190 im Jahre 2012 um über 50 Prozent auf dann knapp 130 000.

Nach Angaben von Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) wappnet sich Mecklenburg-Vorpommern für den wachsenden Pflegebedarf der älter werdenden Bevölkerung. So werde das Angebot ambulanter und teilstationärer Pflege weiter ausgebaut, um den Grundsatz „ambulant vor stationär“ durchzusetzen. „Ältere Menschen wollen so lange wie möglich in ihrer gewohnten und vertrauten Umgebung verbringen.“ Für die Pflege von alten Menschen werde aber auch qualifiziertes und motiviertes Personal benötigt, das „anständig bezahlt“ werden müsse, mahnte die Ministerin. Die Gewerkschaft Verdi beklagt seit Langem eine zu geringe Entlohnung und das Fehlen eines einheitlichen Tarifsystems.

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