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Streik im Öffentlichem Dienst : Video: Massenstreik statt Unterricht

vom

Rund 4000 Beschäftige im öffentlichen Dienst sind am Mittwoch nicht zur Arbeit erschienen – sie machten ordentlich Krach in Schwerin.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 21:41 Uhr

Der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP heizt die Stimmung noch einmal an: „Vernünftige Tarifverträge bekommt nicht geschenkt – die muss man sich erkämpfen“, ruft Christian Schumacher ins Mikrofon. Die Demonstranten antworten mit Trillerpfeifen-Konzert. Lehrer schwenken ihre rot-weißen Gewerkschaftsfahnen. Transparente werden in die Höhle gehalten. Rasseln klappern. Auf der zentralen Kundgebung vor der Staatskanzlei ist es so laut, dass einige Demo-Teilnehmer vorsichtshalber Ohrstöpsel tragen.

Rund 4000 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst in Mecklenburg-Vorpommern drängen sich am Mittwochmittag in der Schweriner Schlossstraße. Sie verlangen Einkommensverbesserungen in Höhe von insgesamt sechs Prozent. Die Gewerkschaften wollen mit dem ganztägigen Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, nachdem in der zweiten Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) keine wirkliche Annäherung erreicht worden war.

Die Rechnung der Gewerkschaften ist einfach: 270 Millionen Euro Haushaltsüberschuss in Mecklenburg-Vorpommern seien ein guter Grund, mehr Geld zu fordern, sagt Conny Töpfer von der Gewerkschaft Verdi. Die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW Annett Lindner findet: „Mit verbaler Wertschätzung allein ist es nicht getan. Seit Jahren würden die Steuern stärker steigen als die Gehälter im öffentlichen Dienst. „Und da soll kein Geld für die da sein, die das durch ihre tägliche Arbeit erst möglich gemacht haben?“, fragt Lindner. Die Gehälter im öffentlichen Dienst würden mit denen der privaten Konkurrenz nicht mehr Schritt halten. Der öffentliche Dienst liege im Schnitt vier Prozent hinter anderen Bereichen zurück.

Die GEW-Vorsitzende nimmt ihre Kollegen auch in Schutz gegen Vorwürfe, sie provozierten Unterrichtsausfall oder seien zu egoistisch. „Es geht auch um ein Stück mehr Gerechtigkeit“, sagt eine Demonstrantin. Angestellte Lehrer würden bei gleicher Qualifizierung und Erfahrung weniger verdienen als die verbeamteten Kollegen. „Dabei machen wir die gleiche Arbeit.“

Die meisten Demo-Teilnehmer am Mittwoch sind Lehrer und Erzieher. Es beteiligten sich aber auch Polizisten, Landesbedienstete aus Verwaltungen, aus Straßen- und Autobahnmeistereien sowie aus Hochschulen, Instituten und Museen an der Kundgebung vor der Staatskanzlei.

Zu größeren Behinderungen oder Einschränkungen kam es nicht. Die Betreuung von Kindern an Grund- und Förderschulen sowie bis zur 6. Klasse an weiterführenden Schulen war gesichert. Den Job übernahmen weitestgehend verbeamtete Lehrer. Und über Schulausfall dürften sich die meisten Schüler ohnehin nicht geärgert haben.

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