Weihnachtsmärkte in MV : Video: Maschinenpistole und Schutzweste

Zusätzliche Polizeibeamte auf dem Weihnachtsmarkt in Schwerin.
Zusätzliche Polizeibeamte auf dem Weihnachtsmarkt in Schwerin.

Polizei verschärft Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten. Ministerpräsident mahnt zur Wachsamkeit

23-11368462_23-66108196_1416392793.JPG von
20. Dezember 2016, 21:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern zieht Konsequenzen aus dem Terroranschlag am Montagabend in Berlin. Das Innenministerium und die Polizeidienststellen im Land verständigten sich gestern Vormittag in einer Telefonkonferenz auf eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen.

So will die Polizei ihre Präsenz auf den Weihnachtsmärkten mit zusätzlichem Personal erhöhen. In Rostock, Schwerin, Wismar, Neubrandenburg, Stralsund und Greifswald stehen seit gestern auch schwerbewaffnete Beamte mit Schutzwesten und Maschinenpistolen an den Marktzugängen. „Damit soll das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestärkt, aber keine Angst geschürt werden“, sagte Steffen Salow, Sprecher der Schweriner Polizei. In der Landeshauptstadt stehen jeweils zwei schwerbewaffnete Beamte an vier Stellen.

Auch in Rostock sichern Polizeibeamte mit Maschinenpistolen die Zugänge zum Weihnachtsmarkt. „Die Polizeipräsenz war bis gestern schon relativ hoch und wird nun weiter erhöht“, so die Rostocker Polizeisprecherin Dörte Lembke. Geprüft werde zudem, wo Poller den Weg auf den Weihnachtmarkt versperren können.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verwies allerdings darauf, „dass es eine absolute Sicherheit in einer offenen, freiheitlichen Gesellschaft nicht geben“ könne. „Wir müssen zwischen Weihnachtsstimmung und Sicherheit abwägen“, sagte der Minister. Die Polizei könne keine Zäune um Weihnachtsmärkte ziehen und sie zu Hochsicherheitszonen erklären.

Auch in anderen deutschen Städten patrouillieren Polizisten mit Maschinenpistolen. Die Bundespolizei stellt dem Land Berlin zusätzliche Kräfte zur Verfügung. In einigen Städten werden Weihnachtsmarkt-Zugänge zusätzlich mit Betonklötzen und Pollern gesichert.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert die Politik zum Handeln auf. „Die schrecklichen Ereignisse in Berlin zeigen, dass mehr in die innere Sicherheit investiert werden muss“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Christian Schumacher. 150 zusätzliche Stellen für die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern seien unzureichend.

Politiker mehrerer Parteien sprachen den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl aus. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) mahnte: „Wir müssen wachsam und wehrhaft sein, ohne unsere Gesellschaftsordnung in Frage zu stellen.“ Auch die Vorsitzende der Linksfraktion, Simone Oldenburg, zeigte sich betroffen. „Was jetzt folgen muss, ist eine lückenlose Aufklärung, bevor Konsequenzen gezogen werden“, sagte sie. AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel auf, „sich ihrer Mitverantwortung für solche Taten zu stellen“. Die Asylpolitik der Bundesregierung habe das Land nachweislich unsicherer gemacht, so Holm. Der CDU-Fraktionschef im Landtag, Vincent Kokert, mahnte dagegen zu Zurückhaltung in der politischen Debatte: „Parteipolitische Profilierungen oder gar Schuldzuweisungen helfen uns nicht weiter.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen