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Feuer soll Ernte retten : Video: Frost verdirbt Obst- und Weinernte

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Bauern beklagen große Frostschäden bei Obst und Wein. Niedrige Temperaturen machen auch Bienen zu schaffen

Der Bauernverband hat gravierende Frostschäden im deutschen Obst- und Weinbau beklagt. „Wir haben Ausfälle von einzelnen Betrieben in einzelnen Regionen, die in Größenordnungen von 70 bis 80, zum Teil bis 100 Prozent, gehen“, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied (Interview). Viele Pflanzen könnten zwar nach einem Frost erneut austreiben, jedoch sei etwa bei Wein der Ertrag dann deutlich geringer. Welche Auswirkungen der kalte und frostige April auf die Landwirtschaft haben wird, steht Experten zufolge noch nicht fest.„Es ist generell für alles, was draußen wächst, derzeit ein bisschen kalt“, sagte Gabi von der Brelie, Sprecherin beim Bauernverband Landvolk Niedersachsen. Neben Obstbäumen seien auch Zuckerrüben vom Frost betroffen. Zu den kalten Temperaturen komme hinzu, dass es vielerorts auch recht trocken sei. Aber: Ob es weiterwächst, ob es Ernteeinbußen geben werde - alles das wisse man noch nicht.

Als kritisch gelten derzeit die Zuckerrüben und der Raps, die beide vom Frost betroffen sind. Die Zuckerrübe sei in einer entscheidenden Wachstumsphase, wo der Keimling durch den Boden durchstößt. Frost sei da ein Problem. Aber wenn in den nächsten Tagen das Wetter wieder wärmer werde, könne es sein, dass Pflanzen sich von der Kältephase erholen. In der nächsten Woche werde man sehen, ob die Pflanzen weiterwachsen, sagte eine Expertin. Auch Raps sei sehr widerstandsfähig. Auch Frühkartoffeln und Erdbeeren reagieren empfindlich auf Frost. Aber die meisten Landwirte dürften die Pflanzen mit einem guten Vlies abgedeckt haben, hieß es bei der Landwirtschaftskammer. Erfahrene Landwirte wüssten, dass der April noch sehr wechselhaft sei.

 

Die niedrigen Temperaturen machen auch den Bienen zu schaffen. Weil viele Blüten wegen der Kälte geschlossen bleiben oder durch Frost absterben, haben die Insekten Schwierigkeiten, Nahrung zu finden. Vor allem Wildbienen, die auf eine Pflanzenart spezialisiert sind, haben dann Probleme bei der Futtersuche.„Es ist zu kalt für Bienen, aber das kommt immer mal wieder im April vor“, sagt Jürgen Frühling vom Landesverband Hannoverscher Imker. Hobbyimker müssten dann notfalls zufüttern, was aber derzeit noch nicht nötig sei.„So kalte Temperaturen über so lange Zeit, das ist nicht gewöhnlich“, sagte Jürgen Frühling vom Imkerverband. Bei Regen und kalten Winden schaffen es viele Bienen vom Wasser holen nicht wieder rechtzeitig in den Stock zurück. Hart trifft es auch die Wildbienen. „Viele Wildbienen sind auf Weiden spezialisiert“, sagte Luisa Stemmler, die den Verein Netzwerk Wildbienenschutz in Niedersachsen leitet. Weil es nur für einen kurzen Zeitraum warm wurde und jetzt wieder kalt ist, finden die Wildbienen keine Nahrung.

<p>Mit Feuern sollen wenigstens die letzten Pflanzen gerettet werden.</p>

Mit Feuern sollen wenigstens die letzten Pflanzen gerettet werden.

Rukwied forderte vom Bund einen Ausgleich der akuten Schäden und eine Frostversicherung für Bauern. „Ich glaube keine Berufssparte kann so stark vom Klima getroffen werden wie die Landwirtschaft - Weinbau, Obstbau. Wir brauchen hier steuerliche Ausgleichsmöglichkeiten.“

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erstellt am 26.Apr.2017 | 20:00 Uhr

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