zur Navigation springen

Video : Abgesackte A20 bei Tribsees: Eine Spur bleibt vorerst befahrbar

vom

Es sind Bilder wie nach einem Erdbeben. Rund 100 Meter der Autobahn 20 sind bei Tribsees abgebrochen. Hilflos registrieren Beobachter, wie Stück für Stück der Autobahn in die Tiefe fällt.

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 16:35 Uhr

Trotz der massiven Absenkungen auf der Autobahn 20 bei Tribsees in Fahrtrichtung Rostock ist nach Meinung eines Gutachters eine Vollsperrung nicht notwendig. Aktuell ist in Richtung Stettin noch eine Spur befahrbar.

Der Gutachter sehe keine akute Gefährdung des Verkehrs auf der verbleibenden einen Fahrspur auf der Gegenfahrbahn, teilte das Verkehrsministerium in Schwerin am Dienstag mit. „Deshalb soll der Verkehr dort zunächst aufrechterhalten werden.“ Vermesser des Landesamtes kontrollierten zweimal täglich mit Höhenmessungen die Fahrbahnoberfläche.

In den vergangenen Tagen war auf der Fahrspur in Richtung Rostock auf einer Länge von etwa 100 Metern die Autobahn abgebrochen. In diesem Abschnitt sei ein riesiges Loch von etwa von 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und 2,50 Metern Tiefe entstanden. Insgesamt seien etwa 1000 Kubikmeter Erde weggesackt, hieß es.

Grund für die Probleme ist nach früheren Angaben von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD), dass die Autobahn über einer sogenannten Torflinse verläuft. Diese sei beim Bau mit vielen kleinen Betonkernen stabilisiert worden. Es müsse geklärt werden, ob diese Kerne die Last nicht gehalten haben.

<p>Die Umleitungsstrecke: Der Verkehr in Richtung Rostock wird von der Anschlussstelle Tribsees über Bad Sülze und Sanitz  zur Anschlussstelle Sanitz umgeleitet.</p>

Die Umleitungsstrecke: Der Verkehr in Richtung Rostock wird von der Anschlussstelle Tribsees über Bad Sülze und Sanitz  zur Anschlussstelle Sanitz umgeleitet.

Foto: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung MV

Der Verkehr in Richtung Rostock wird über die Umleitungsstrecke von Tribsees über die L19 zur Anschlussstelle Sanitz geführt.

Allerdings zeichnet sich da möglicherweise ein neues Problem ab. An der direkt neben der Autobahn laufenden Umleitungsstrecke in Richtung Bad Sülze gibt es auch Verwerfungen, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Vom Ministerium hieß es, dass die Schäden keineswegs mit dem auf der Autobahn vergleichbar seien. Diese Schäden sollen in der kommenden Woche behoben werden.

Der Bau der Autobahn war im Dezember 2005 nach elf Jahren Bauzeit abgeschlossen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schnitt nahe des nun abgebrochenen Teilstücks das Band durch. Der Sprecher des deutschen Autobahnplaners Deges, Michael Zarth, bekräftigte, dass die Autobahn auf dem Stand der damaligen Technik und des Regelwerks gebaut worden sei.

Unterdessen leiden die Gemeinden an der Umleitungsstrecke unter dem Verkehr. Anke Haß vom Amt Recknitz-Trebeltal in Bad Sülze berichtete von einer gefühlten Verfünffachung des Verkehrsaufkommens in den Ortschaften entlang der Umleitungsstrecke. Bad Sülze hat eine Umgehungsstraße und bekomme weniger mit. Das große Problem entstehe nun für die Fußgänger und Radfahrer, die in diesen Dörfern die Straße queren müssen. Für sie müssten dringend Ampeln aufgestellt oder eine andere Lösung gefunden werden, sagte Haß.

Sie ist sich mit dem Vize-Bürgermeister von Sanitz, Ralf Höring, einig, dass sich an der Mehrbelastung für die Einwohner wenig machen lasse. „Was sollen wir dagegen tun? Das müssen wir tapfer ertragen“, sagte Höring. Der zusätzliche Verkehr bedeute mehr an Toleranz und an Zeit.

Ein Sprecher des Landkreise Rostock, sagte, dass mit dem Landesstraßenbauamt Stralsund die Optimierung des Verkehrsflusses abgestimmt werde. Dazu sollen Ampelschaltungen entlang der Umleitungsstrecke angepasst werden.

Polizeifoto

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen