Küsten MV : Video: Drohnen als Lebensretter

Ein Rettungscopter der DRK-Wasserwacht fliegt am Strand der Insel Usedom. Mit etwa 65 Kilometer pro Stunde fliegt die Drohne über die Ostsee zum Verunglückten und lässt eine Schwimmhilfe neben dem Opfer ins Wasser plumpsen. Das Paket bläst sich zu einem gelben Schlauch auf.

Ein Rettungscopter der DRK-Wasserwacht fliegt am Strand der Insel Usedom. Mit etwa 65 Kilometer pro Stunde fliegt die Drohne über die Ostsee zum Verunglückten und lässt eine Schwimmhilfe neben dem Opfer ins Wasser plumpsen. Das Paket bläst sich zu einem gelben Schlauch auf.

Rund 40 Sucheinsätze wurden in diesem Sommer an den Küsten mit Drohnen unterstützt.

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26. August 2018, 20:00 Uhr

Drohnen haben sich als „fliegende Augen“ zur Unterstützung der Wasserrettung an den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern nach Einschätzung von DRK-Wasserwacht und DLRG bewährt. Nach Angaben des DRK starteten die Drohnen in diesem Sommer an den von der Wasserwacht verantworteten 14 Strandabschnitten zu etwa rund 40 Sucheinsätzen. Beide Wasserrettungsgesellschaften kündigten an, auch im kommenden Jahr Drohnen an den Stränden einzusetzen. Das DRK will den Einsatz der mit Kamera und Schwimmhilfe ausgerüsteten Miniflieger auf Gewässer im Binnenland ausweiten, wie DRK-Referent Thomas Powasserat sagte. Im Herbst will das DRK zusammen mit der Hochschule Neubrandenburg zudem den Einsatz von zusätzlichen Wärmebildkameras bei der Wasserrettung testen. Die Wasserwacht erhofft sich damit, dass Vermisste im Wasser schneller aufgespürt werden können.

Thomas Wodrig, DRK-Drohnen-Ausbilder und Copterpilot von der Wasserrettung des DRK, präsentiert am Strand auf der Insel Usedom einen sogenannten Rettungscopter.
Stefan Sauer

Thomas Wodrig, DRK-Drohnen-Ausbilder und Copterpilot von der Wasserrettung des DRK, präsentiert am Strand auf der Insel Usedom einen sogenannten Rettungscopter.

 

Akut bedrohte Badende wurden bislang weder bei DRK noch DLRG mit Drohnen gerettet. „Aber der Fall wird sicher kommen“, ist DRK-Mann Thomas Powasserat überzeugt. Die Wasserwacht hat ihre Drohnen zusätzlich zu den Kameras auch mit Schwimmhilfen bestückt, die über den Hilfesuchenden abgeworfen werden können. Diese kamen bislang nicht zum Einsatz.

Bei den Sucheinsätzen flogen die Drohnen vor allem abgetriebene Schwimmhilfen und Luftmatratzen an, um zu prüfen, ob Badende in Not geraten sind. „Früher konnten die Rettungsschwimmer nur mit dem Fernglas schauen und mussten gegebenenfalls rausschwimmen oder mit dem Boot rausfahren, um sicher zu gehen, dass sich dort kein Hilfesuchender befindet“, sagte Powasserat. In solchen Fällen machten die Drohnen die Arbeit der Rettungsschwimmer nun sicherer. Nach Angaben des DRK-Drohnen-Ausbilders Thomas Wodrig wurden in Heringsdorf mit der Drohne zwei Kinder am Strand entdeckt, die als vermisst gemeldet worden waren. Die Kinder hatten am Strand die Orientierung verloren.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) testet Drohnen bislang nur auf dem Darß in Prerow. „Wir hatten dort bislang keine scharfen Einsätze“, sagte DLRG-Sprecher Thorsten Erdmann. Die DLRG hat die Drohnen auch nicht mit Rettungsbojen ausgestattet, sondern mit Kameras, um die Suche von Menschen auf See oder in schwer zugänglichen Gewässern zu erleichtern. Die Drohne habe sich für die Suche bewährt. Die Testergebnisse, beispielsweise zur Bildqualität und Praktikabilität des Gerätes würden nach der Saison im Auftrag der Bundesverbandes in  Bad Nenndorf ausgewertet. „Wir werden definitiv die Drohne als ergänzendes Rettungsmittel bei der Suche nach Vermissten auch künftig einsetzen“, sagte Erdmann.

In diesem Jahr starben bereits 23 Menschen in den Gewässern von Mecklenburg-Vorpommern. Das sind bereits doppelt so viele wie im Vorjahr, als die Wasserschutzpolizei insgesamt 12 Badetote zähle.

Der Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht Marcel Seminsti trainiert bei einer Übung auf der Ostsee auf dem Rettungsbrett gezogen von einem Wassermotorrad (Jet-Ski) die Wasserrettung mit Rettungscopter.
Stefan Sauer

Der Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht Marcel Seminsti trainiert bei einer Übung auf der Ostsee auf dem Rettungsbrett gezogen von einem Wassermotorrad (Jet-Ski) die Wasserrettung mit Rettungscopter.

 

Das DRK hat in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen 120 Rettungsschwimmer zu Drohnenführern ausgebildet. Die Akzeptanz der Strandbesucher sei gegeben, auch wenn Drohnen für Geräusche sorgten.

Plakate und Flyer weisen zudem darauf hin, dass die Drohne nur Live-Bilder aufnimmt und keine Bilder speichert. Damit werden den Vorgaben des Datenschutzes entsprochen, sagte Powasserat. Andere Landesverbände wie aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt hätten sich bereits gemeldet, um von den Erfahrungen aus MV zu profitieren.

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