Aufatmen in Schwerin : Video: Die Bomben sind erfolgreich gesprengt

Die Sandfontänen der Sprengung waren höher als die Strommasten.
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Die Sandfontänen der Sprengung waren höher als die Strommasten.

Nach der Bergung von zwei Weltkriegsbomben in Schwerin haben Spezialisten nun in einem Moor auch drei weitere Sprengkörper beseitigt. Doch so lautlos wie vor einer Woche war es nicht.

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22. Juni 2018, 10:56 Uhr

m Süden Schwerins sind am Freitag drei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Die Aktion sei planmäßig verlaufen, Schaden an Gebäuden im weiteren Umfeld nicht entstanden, sagte Einsatzleiter Thomas Cogiel vom Munitionsbergungsdienst. Am frühen Nachmittag hätten deshalb auch die vorsorglich evakuierten Häuser wieder bezogen werden können. 14 Bewohner hatten ihre Wohnungen am Morgen verlassen müssen. Zudem waren 15 Firmen in einem Gewerbegebiet geräumt worden. Um die Detonationsstellen waren ausrangierte Schiffscontainer aufgestellt worden, die Splitter und Erde abfangen sollten. „Alles hat gut funktioniert“, sagte Cogiel.

Nach Angaben der Stadtverwaltung konnte der Sperrkreis kurz nach 13.30 Uhr vorfristig aufgehoben werden. Busse des Nahverkehrs, die am Vormittag umgeleitet wurden, fuhren danach wieder auf den regulären Strecken und nach Plan. Auch die Bahn, die wegen der Sprengung in der Nähe einer Hauptstrecke zwischen Holthusen und Schwerin Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet hatte, ließ wieder ihre Züge fahren.

Die drei amerikanischen 250-Kilo-Bomben waren zusammen mit zwei weiteren Blindgängern bei der Auswertung von Luftbildaufnahmen im Siebendörfer Moor entdeckt worden. Sie stammten von einem Luftangriff der Alliierten vom Sommer 1944 auf den damaligen Flugplatz. Da die noch immer gefährlichen Sprengkörper in unmittelbarer Nähe zu zwei Hochspannungsleitungen, einer Gasleitung und einer viel befahrenen Bahnstrecke lagen, wurden sie vorsorglich entfernt. Zwei konnten vor Ort entschärft und abtransportiert werden. Bei den drei anderen war das laut Munitionsbergungsdienst wegen ihrer besonderen Zünder nicht möglich.

Eine der Flieger-Bomben hatte direkt am Fundament eines Strommasts gelegen. Dort soll nach Angaben des Regionalversorgers Wemag zunächst genau geprüft werden, ob die Detonation die Standfestigkeit beeinträchtigt hat. In der kommenden Woche werde entschieden, ob die 110-KV-Leitung wieder installiert wird, sagte eine Sprecherin. Die Lücke in der benachbarten 380-KV-Leitung von 50 Hertz sollte hingegen sofort wieder geschlossen werden, teilte Cogiel mit.

Die Bomben-Beseitigung musste mehrfach verschoben werden, weil Wasser in die etwa vier Meter tiefen Gruben eingedrungen war, das mittels Pumpen entfernt wurde. Auch nach der Sprengung hätten sich die Trichter schnell mit Wasser gefüllt, sagte Cogiel. Laut Stadtverwaltung waren bei der Bombensprengung 23 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren Schwerins, fünf Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes, 30 Einsatzkräfte der Polizei und vier Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes im Einsatz.

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