Lichterzauber im Advent : Video: Der Wöbbeliner Weihnachtswahnsinn

Familie Breetzmann aus Wöbbelin: Herbert (vorne rechts) ist eigentlich nur eine Schaufensterfigur, gehört aber irgendwie mit zur Familie.

Familie Breetzmann aus Wöbbelin: Herbert (vorne rechts) ist eigentlich nur eine Schaufensterfigur, gehört aber irgendwie mit zur Familie.

Jedes Jahr im Advent gehen in Deutschland die Lichter an, so auch bei Familie Breetzmann. Experten geben Tipps zum Sparen

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10. Dezember 2017, 20:30 Uhr

Advent, Advent ein Lichtlein brennt? – Bei dem Gedicht kann Familie Breetzmann aus Wöbbelin bei Ludwigslust nur müde lächeln. Denn immer zur Weihnachtszeit erstrahlt ihr komplettes Haus im Lichtermeer. Jede Ecke, jede freie Fläche, einfach jeder Quadratmeter wird festlich geschmückt. „Uns selbst fällt das gar nicht so auf, dass das so viel ist“, meint Bianca Breetzmann: „Nur wenn man dann durch andere Dörfer fährt, denkt man: Es ist vielleicht doch ein bisschen mehr als bei anderen.“

In Wöbbelin ist es längst schon Tradition. Immer am Montag nach Totensonntag treffen sich Breetzmanns mit Familie, Freunden und Nachbarn vor ihrem Haus. Man könnte sagen, es ist ein kleines Fest geworden. Dann, drei, zwei, eins: Pünktlich um 16:30 Uhr gehen die Lichter am Haus an. „Das ist schön, wenn es dann draußen endlich wieder hell ist, obwohl ja die dunkle Jahreszeit ist. Bei uns ist es immer hell zu Weihnachten“, meint Bianca Breetzmann.

 

Doch bis dahin gibt es viel zu tun. Stunden- und tagelang wird dekoriert, geschmückt und drapiert. 15 Lichtschläuche erhellen das Haus von außen. Eine Weihnachtsflagge, ein Weihnachts-Fußabtreter, Keramikschneemänner, Fenstermotive, Sterne, Schneeflocken und Santa Claus in allen Formen und Größen. „In jeder Ecke ein bisschen Weihnachten.“

Und dann gibt es noch Herbert. Herbert ist eine Schaufensterpuppe und irgendwie ein Familienmitglied. Seit Jahren sitzt er schon im Vorgarten der Doppelhaushälfte von Breetzmanns und ihren Nachbarn. „Er wird immer passend zur Jahreszeit angezogen“, erklärt Bianca. Im Winter ist er der Weihnachtsmann, zur WM trägt er Schwarz-rot-gold und so weiter. „Leider ist unser Vorgarten nicht größer, sonst hätten wir sicher noch mehr Dekoration“, sagt André Breetzmann und lacht. Ideen für Erweiterungen gebe es genug. Seit längerem hätte er zum Beispiel ein leuchtendes Rentiergespann im Auge. Im kommenden Jahr sollen weitere Lichtschläuche den Giebel erhellen. „Wir suchen immer nach etwas, das nicht jeder hat. Das ist aber gar nicht so leicht“, meint seine Frau.

Natürlich darf auch die Weihnachtstanne nicht fehlen. Doch die wird erst am 23. Dezember aufgestellt. „Dann räumen wir noch einmal Teile des Wohnzimmers um, die halbe Couch fliegt raus, um Platz für den Baum zu schaffen“, sagt Bianca Breetzmann.

Ist das nicht ganz schön viel Aufwand für Weihnachten? „Wir mögen das einfach. Hell beleuchtet alles. Das ist das Besinnliche, das Nahe“, meint die 35-Jährige. „Das ist eigentlich das Wichtigste für uns.“

Beim Lichterkettenkauf auf Qualität achten

Wer zur Weihnachtszeit Lichterketten kauft, sollte besser etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Immer wieder kommt es vor, dass trotz strenger Vorschriften gefährliche Billig-Lichterketten in den Handel kommen. Aktuelles Beispiel ist ein LED-Lichterkettenmodell mit Steuerbox, das über das Hausstromnetz betrieben wird. Es ist so schwach konstruiert, dass Anwender leicht mit stromführenden Teilen in Kontakt kommen könnten. Steckt die Lichterkette dabei am Stromnetz, drohe ein tödlicher Stromschlag. Batteriebetriebene Modelle sind zwar teurer im Unterhalt, wegen der deutlich geringeren Stromstärken aber sicherer.

Rot, Braun und Blau: Trendfarben zur Weihnachtszeit

Braun, Blau und auch Grün bleiben die Klassikerfarben für Weihnachten - auch wenn in diesem Jahr Dekorationen für den Baum mit neuen Nuancen im Trend liegen. Dazu zählen zum Beispiel Erdbeerfarben, aber auch Kupfer, Jeansblau und sogar Waldmeister-Grün.

Allerdings macht Farbe allein keine Stimmung. Es sind vielmehr die Themen, die sich wie ein roter Faden durch die Dekoration ziehen. Dazu zählt 2017 eine Art spielerische Fantasiewelt aus einem bunten Material- und Mustermix aus Comic- und Märchenfiguren, Stickereien, Wappen, Glückssymbolen oder Vintage-Motiven aus den 50ern.

Breetzmanns sind mit ihrem Weihnachtsfieber nicht allein. Laut dem Stromversorger Energiedienst gehen jedes Jahr in der Adventszeit 8,5 Milliarden Lämpchen in Deutschland an, Tendenz steigend. Wer dabei zu Stromfressern greift, spürt das dann auch auf der Rechnung. Alleine zwei knapp zehn Meter lange herkömmliche Lichtschläuche verursachen laut dem Energiedienst im Zeitraum von sechs Wochen Stromkosten von rund 30 Euro, wenn sie täglich 12 Stunden angeschaltet sind. Wer stattdessen Lichtschläuche mit LEDs verwendet, spare über 80 Prozent dieser Kosten. „Wenn man davon ausgeht, dass im Durchschnitt eine LED-Lichterkette am Baum, eine weitere im Raum und eine außen angebracht ist, wird man über die Weihnachtszeit mit 2 bis 3 Euro Mehrkosten gut hinkommen“, informiert der Hanspeter Krebs auf energiedienst.de. Der Strom-Experte rät dabei aber auch auf Prüfzeichen zu achten. Die Produkte sollten nicht nur das Tüv-Zeichen, sondern auch das CE und GS (Geprüfte Sicherheit) –Zeichen tragen.

„Wir haben seit zwei Jahren alles auf LED umgestellt und von daher hält sich das alles für uns im Rahmen“, meinen auch Breetzmanns. Doch selbst wenn nicht. Für die weihnachtliche Stimmung ist die Familie auch bereit etwas tiefer in die Taschen zu greifen: „Wir mögen das einfach so.“

Schöner, besser, heller: Wir suchen wir die weihnachtlichsten Häuser aus Mecklenburg-Vorpommern und der Prignitz. Wer hat die eindrucksvollste Weihnachtswelt, die verrückteste Deko oder noch mehr Bling-Bling? Schicken Sie uns Ihre Fotos an likl@svz.de, Stichwort: Haus.
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