Schweriner Konzerte mit 12 000 Fans : Video: Auf ein Eierlikörchen mit Udo Lindenberg

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Panikrocker und Schweriner Volleyballerinnen feiern Wiedersehen nach 20 Jahren

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07. Mai 2017, 21:00 Uhr

Draußen, vor der Sport- und Kongresshalle, stehen sie bereits Stunden vor dem ersten Song: Die Fans in ihren Udo-Kluften, grünen Socken, Nietengürteln und dem obligatorischen Hut. Quer durch alle Altersgruppen. Wobei natürlich das Semester jenseits der 50 klar dominiert – die Panik-Familie ist mit ihrem Idol mit- und stetig angewachsen. Mehr als 12 000 Besucher werden es in der Nacht zu heute insgesamt gewesen sein, die nach dem Doppelkonzert-Wochenende schwer begeistert nach Hause zogen.

„Hey!“ Im Gedränge haben sich auch die Schweriner Volleyballerinnen gefunden. Aus dem aktuellen Meister-Team Lousi Souza Ziegler, Jennifer Geerties und Denise Hanke – aber auch Beatrice Dömeland und Jana Müller aus der Mannschaft von 1997. Sie verbindet eine besondere Beziehung mit Udo Lindenberg. Der Altmeister – nach eigenen Worten Fan der „süßen Kurzen“ – hat sie in seine Garderobe eingeladen.

„Die Leute sind herzlich, große Panikliebe und so“


Doch zunächst ist Soundcheck angesagt. Schließlich muss jeder Handgriff, jede Zeile nachher sitzen – Udo ist Perfektionist. Die jungen Frauen beobachten den Star auf der Bühne. „Nächste Woche wird er 71?“ „Micki“ Dömeland will das gar nicht glauben. „ Was ein Pensum! Der ist doch fit wie ein Turnschuh. Einfach stark.“ Später wird Udo ihr erklären: „Wir machen das ganz easy: 17 Uhr is Soundcheck – eine Stunde. Und das so’n bisschen ,schnigge-di-schnack‘, dann war’s das dann – easy. Charmante, schöne Frauen treffen – lange Frauen, hehe. Dann auf die Bühne, 2 1/2 Stunden – es geht mörder ab und hält einen gut in Gang... Und die Leute in MeckPomm sind sehr herzlich, große Panik-Liebe und so...“

 

Die Halle füllt sich, auf den Gängen holen sich Besucher noch einmal Stärkung: Pizza, Wurst, Bier – natürlich mit dem Konterfei ihres Vorbilds. Udo hat sich backstage in seine Garderobe zurückgezogen. „Das sind die Küken“, begrüßt er die jungen Mädchen. „Ich hab euch die Daumen gedrückt – und es hat ja geklappt.“ Ganz lässig auf seinen grünen Socken tänzelt er weiter zum älteren Duo. „An uns kannst Du Dich nicht erinnern“, glaubt Beatrice – doch Udos kontert mit geballtem Charme: „Na klar – ein solches Gesicht, eine solche Erscheinung vergisst man nie, das brennt sich ein wie ein Tattoo in der Tiefe meiner Seele – ist doch klar!“ Es sei echt cool gewesen damals in der Bar, sind sie sich einig.

„Legt euch doch hier mal hin – wollt ihr ’nen Drink?“


Und die „coole Socke“ setzt auf seine Art gleich nach: „Legt euch doch hier mal hin – wollt ihr ’nen kleinen Drink oder so?“ Die „Kurzen“ nehmen Platz auf der Couch. Der obligatorische Eierlikör rinnt – erst in die Gläser, dann die Kehlen herunter: „Uuuuh-uuuuhhh – das war ein Indianerschrei. Prösterchen auf goldene Zeiten!“ So ein Schluck sei super für „den lieblichen Nachtigallensound. Und später, für den etwas raueren Sound, gurgel ich mit Whisky. Aber nicht so viel davon schlürfen, sondern gezielte Wirkstoff-Einnahme“, schmunzelt der Altrocker.

Und dann wollten sie noch wissen, wie’s denn überhaupt so wäre, mit dem Showbusiness und speziell auch „... mit diesen grünen Socken?“ - „Ich bin ja viel im Underground unterwegs in Clubs und so, in den dunklen Läden. Und weil ich die unwahrscheinlich langen Beine habe wie Ihr Volleyballspielerinnen ja auch, wusste ich manchmal nicht mehr so genau, wo ich überhaupt bin. Dann hab ich immer Orientierung mit den grünen Socken “, Udo läuft los und zeigt auf die Füße: „Ach so, da bin ich...!? Die leuchten dann so von unten. Die Fans schenken mir auch immer welche. Und es sind ja Glücksbringer.“

Es wird Zeit. In wenigen Minuten sehen sie sich wieder – der eine Meister oben auf der Bühne, die anderen Meisterinnen unten in der Menge, die vom ersten Song – „Odyssee“ – an jede Zeile mitsingt. Sie machen den Job, „mein Ding“ sowieso, bei Cello bräuchte Udo gar nicht erst mitzusingen... Gegen die Strömung oder bis ans Ende der Welt, und am Horizont geht’s ohnehin weiter. Doch nach zweieinhalb Stunden ist es Zeit für „Goodbye (Sailor)“.

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