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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 06:18 Uhr

Verzicht auf Genuss

vom

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2013 | 10:33 Uhr

Statt auf Nahrung verzichten die Menschen in der Fastenzeit immer mehr auf Genuss oder Luxus. Das beobachtet die Theologin Judith Könemann. Mit ihr sprach dpa-Korresondent Carsten Linnhoff.

Was hat sich geändert?

Die Traditionen der christlichen Fastenzeit mit dem Verzicht auf Fleisch am Freitag in der katholischen Tradition und der Fastenzeit vor Ostern haben sich verflüchtigt und die Motivationen für ein Fasten haben sich verändert. Ursprünglich sollte die Fastenzeit an das Fasten Jesu in der Wüste erinnern. Heute begründet sich die Motivation zu fasten nicht mehr unbedingt religiös, sondern sie richtet sich vielfach auf den Fastenden selbst. Menschen verbinden mit dem Fasten die Möglichkeit, sich selbst näher kommen zu können.

Also spielt das klassische Nahrungsfasten kaum noch eine Rolle?

Menschen verzichten heute nach wie vor auf die klassischen Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten oder Luxus-Artikel. Zugleich wird aber immer mehr in Bereichen gefastet, die persönlich als einschränkend erlebt werden, und so gehören heute auch das Auto oder moderne Kommunikationsmittel wie SMS und E-Mail zu den Dingen, die "gefastet" werden. Die bewusst leibliche Dimension des Fastens hängt vielleicht auch mit der Tatsache zusammen, dass die Erfahrung unmittelbarer Körperlichkeit, etwa durch körperliche Arbeit, in unserer Dienstleistungsgesellschaft deutlich zurückgegangen ist.

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