Der Wert der Pendler : Verzerrte Statistiken

Pendler sind in Flächenländern oft auf ein eigenes Auto angewiesen.
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Pendler sind in Flächenländern oft auf ein eigenes Auto angewiesen.

Pendler bescheren Rostock und Schwerin hohes Bruttoinlandsprodukt

svz.de von
06. April 2017, 20:55 Uhr

Rostock und Schwerin haben nach Berechnungen der EU-Statistikbehörde Eurostat bei der Pro-Kopf-Wirtschaftskraft das deutsche Durchschnittniveau erreicht. Allerdings profitieren die beiden Städte dabei vom täglichen Zustrom auswärtiger Arbeitnehmer.

Wie das Statistische Landesamt gestern unter Berufung auf die Angaben aus Luxemburg mitteilte, lag das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Rostock bei 33 600 und in Schwerin bei 34 400 Euro. Der Bundesdurchschnitt erreichte im untersuchten Jahr 2014 bei 34 500 Euro, EU-weit betrug der vergleichbar gemachte Wert 27 600 Euro. Die sechs Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen erheblich darunter, wie auch der Landesdurchschnitt, der 23 000 Euro je Einwohner erreichte.

Wie Margit Herrmann vom Schweriner Statistikamt erklärte, resultiert die große Spreizung im Land aus den Pendlerströmen. So lebten und arbeiteten in Schwerin knapp 23 800 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Menschen. Dazu kamen mit
22 400 Einpendlern noch einmal fast genau so viele Arbeitnehmer dazu, während nur 6400 ihre Heimatstadt zur Arbeit verließen. In Rostock lagt die Zahl der Einpendler mit
28 500 doppelt so hoch wie die der Auspendler, die rund
14 000 erreichte.

Statistische Nachteile aus den Pendlerströmen ergaben sich vor allem für die als wirtschaftsstark geltenden Landkreise Rostock sowie Ludwigslust-Parchim mit den Gewerbegebieten an der A24. Laut Statistik erreichte Mecklenburg-Vorpommern insgesamt beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner 84 Prozent des EU-weiten Durchschnitts.

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