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Personalausgaben steigen auf zehn Millionen Euro : Vertretung kranker Lehrer: Kosten explodieren

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Immer mehr Lehrer an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen fallen wegen Krankheit aus. Die Kosten für den Vertretungsunterricht sind im vergangenen Schuljahr um rund ein Fünftel auf mehr als zehn Millionen Euro gestiegen.

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erstellt am 14.Feb.2012 | 08:01 Uhr

Schwerin | Immer mehr Lehrer an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen fallen wegen Krankheit aus. Die Kosten für den Vertretungsunterricht sind im vergangenen Schuljahr um rund ein Fünftel auf mehr als zehn Millionen Euro gestiegen. Im Vorjahr waren es noch 8,3 Millionen Euro, wie die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag belegt.

Allein an den Berufsschulen haben sich die Kosten demnach innerhalb eines Schuljahres mehr als verdoppelt. Hier ist auch der Unterrichtsausfall wegen Erkrankung von Vertretungslehrern mit 5,7 Prozent besonders hoch. Auch in allen anderen Schularten hat der Unterrichtsausfall im vergangenen Schuljahr weiter zugenommen.

Die Zahlen sind nach Angaben der Landtagsabgeordneten Ulrike Berger von Bündnis 90/Die Grünen allerdings nur die Spitze des Eisbergs. So werde in der Statistik nicht erfasst, wie hoch der Anteil des Unterrichts ist, der bei Erkrankung nicht fachspezifisch gegeben wird. Ebenso fehle die Angabe von Stunden, in denen die Klassen aufgeteilt werden müssen.

Beispiel: Nach Auskunft der Landesregierung lag der Unterrichtsausfall an Grundschulen im Schuljahr 2010/2011 nur bei 0,9 Prozent. An einer Grundschule in Rostock habe eine erste Klasse aber von den ersten 18 Schulwochen sechs Wochen krankheitsbedingt aufgeteilt werden müssen, so Berger. Die Bündnisgrünen fordern deshalb, mehr in die Gesundheitsvorsorge der Lehrer zu investieren und in einem ersten Schritt deren Stundenzahl auf 25 zu reduzieren.

Nach Meinung der Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in MV, Annett Lindner, unterstreichen Unterrichtsausfall und Vertretungskosten vor allem die Misere an den Berufsschulen. "Hier zeigt sich, dass das Teilzeit-Konzept für Lehrer nicht funktioniert", so Lindner. Erst im Januar war die Verhandlungsrunde für Berufsschullehrer geplatzt. Lindner: "Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen."

Positiv bewertet die GEW hingegen, dass jetzt eine Expertenkommission zur Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufes im Land eingerichtet wurde.

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