Land unterstützt Modellerprobung : Vertretung für kranke Tageseltern

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Kostenloses Weiterbildungsangebot startet

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27. November 2017, 05:00 Uhr

Wenn Tagesmutter oder -vater Urlaub haben bzw. krank werden, sollen sich Eltern in Mecklenburg-Vorpommern perspektivisch keine Gedanken mehr um eine Ersatzlösung machen müssen: Landkreise und kreisfreie Städte werden Vertretungsmodelle für den Fall erproben, dass Tagespflegepersonen ausfallen. Wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Sonnabend auf der ersten von landesweit sechs Regionalkonferenzen für Kindertagespflege in Schwerin erklärte, stellt das Land dafür rund 470 000 Euro zur Verfügung. „Die Sicherstellung von Vertretungen bei Ausfallzeiten sind zur Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Kindertagespflege von besonderer Bedeutung“, betonte die Ministerin.

Als beispielhaft wurde auf der Regionalkonferenz das Vertretungsmodell vorgestellt, das in der Hansestadt Rostock bereits seit Februar 2015 praktiziert wird. Dort leitet das Jugendamt aus der Sozialgesetzgebung für sich die Verpflichtung ab, bei Ausfallzeiten in der Tagespflege rechtzeitig eine andere Betreuungsmöglichkeit sicherzustellen. Dazu wurde eine Vereinbarung mit dem Verein fambeKi geschlossen. Erkrankt eine Tagespflegeperson, übernimmt der Verein die Betreuung und Förderung der betroffenen Tageskinder.

Zurzeit sind im Land nach Angaben des Sozialministeriums gut 1200 Kindertagespflegepersonen tätig. Sie betreuen 4670 Mädchen und Jungen – die meisten von ihnen im Alter unter drei Jahren. Die Kindertagespflege stehe dabei gleichberechtigt neben der Förderung in Kitas, betonte Ministerin Drese. „Das geht in der Öffentlichkeit leider manchmal unter. Gerade im ländlichen Bereich ist die Arbeit der Tagesmütter und Tagesväter unersetzbar. Deshalb ist die kontinuierliche Verbesserung der Qualität in der Kindertagespflege ein wichtiges Anliegen für mich.“

Drese kündigte dazu ein ganzes Maßnahmenpaket an. So soll die Aus-, Fort - und Weiterbildung für Tagespflegepersonen ausgeweitet werden. Wer bereits erfolgreich die Grundqualifizierung über 160 Stunden abgeschlossen hat, könne in den nächsten beiden Jahren kostenfrei eine 140-stündige Anschlussqualifizierung absolvieren, so Drese.

MV sei das erste Bundesland, das flächendeckend Vertretungsmodelle finanziell unterstützt, lobte Heiko Krause vom Bundesverband für Kindertagespflege. Auch die vom Land geförderte insgesamt 300-stündige Qualifizierung für alle Tagesmütter und -väter sei einzigartig.

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