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Hintergrund : Vertreter der Zeitungsverlage werfen Google Erpressung vor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

von
erstellt am 01.Okt.2014 | 20:08 Uhr

Der amerikanische Suchmaschinen-Monopolist Google will ab kommende Woche Ergebnisse zu Zeitungsartikeln nur noch in Kurzform anzeigen. Online-Artikel von Verlagen, die sich von der Verwertungsgesellschaft (VG) Media im Streit um Leistungsschutzrecht-Vergütungen juristisch vertreten lassen, werden vom 9. Oktober an auf Google News und bei der allgemeinen Google-Suche nur noch mit der Überschrift angezeigt und verlinkt; bisher wurden Textanrisse (Snippets) und Vorschau-Bilder (Thumbnails) angezeigt. Eine entsprechende Mitteilung von Google-Deutschland-Chef Philipp Justus erreichte gestern auch den Verlag dieser Zeitung.

Damit erreicht der Streit um das seit diesem Jahr gesetzlich geregelte Leistungsschutzrecht eine neue Eskalationsstufe. Die Verlage verlangen für ihre hinter den Artikeln stehenden Leistungen eine Vergütung, weil Google mit diesen Inhalten nahezu kostenfrei enorme Gewinne erwirtschafte. Die VG Media warf Google gestern vor, die Rechteinhaber zu „erpressen“. „Google diskriminiert diejenigen Verleger, die ihr Presseleistungsschutzrecht über die VG Media zivilrechtlich durchzusetzen versuchen“, erklärte Geschäftsführer Markus Runde. Er forderte das Bundeskartellamt auf, das Verhalten von Google zu überprüfen.

Google rechtfertigte die Änderung mit dem Hinweis auf „Rechtsunsicherheit“, die seit der Verabschiedung des Leistungsschutzrechtes (LSR) entstanden sei, sowie mit der Klage der VG Media. „Wir sind der Meinung, dass unsere Angebote nicht gegen das LSR verstoßen, manche Verlage sehen das aber anders“, sagte Justus. „Die Webseiten werden von uns nicht aus dem Index genommen, sondern weiterhin bei Google auffindbar sein“, sagte Justus, jedoch nur noch als Schlagzeile und Link.

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