Verspäteter Endspurt im Großen Haus

<p>Mit einer Schleifgiraffe entfernt Wolfgang Sedler vom Malerbetrieb D + A Unebenheiten im frisch verputzten Foyer.</p>

Mit einer Schleifgiraffe entfernt Wolfgang Sedler vom Malerbetrieb D + A Unebenheiten im frisch verputzten Foyer.

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23. Juli 2012, 06:02 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Im Großen Haus sind die Bauarbeiten noch in vollem Gang. Kaum zu glauben, dass das Volkstheater hier schon am 7. September die erste Premiere der neuen Spielzeit feiern will. Überall wird gehämmert, verputzt, Kabel verlegt - weißer Baustaub hat sich auf jede Oberfläche gelegt, ist in jede Ritze gedrungen. "Das mit dem Staub wird noch eine Heidenarbeit", sagt Peter Martins, Technischer Leiter der städtischen Bühne. Trotzdem: "An dem Premierentermin halten wir fest. Wir sind zuversichtlich", betont Theater-Sprecherin Andrea Fonk.

Zumindest für das Publikum soll alles wie geplant fertig werden. Die Mitarbeiter allerdings müssen wieder ein Verzögerung in Kauf nehmen. Vier Wochen später als ursprünglich angedacht, können sie die große Bühne für ihre Proben nutzen. Für die Inszenierung "The Who’s Tommy", mit der das Große Haus wiedereröffnet werden soll, bedeutet das erneut ein Ausweichen auf Ersatzprobebühnen. "Aber mittlerweile sind wir das Herumziehen ja fast schon gewöhnt", so Martins. Zu der Verspätung sei es gekommen, weil die Bauarbeiten bereits mit einer Verzögerung losgegangen sind: "Und was man vorne verliert, das summiert sich dann nach hinten raus."

Einen kleinen Eindruck davon, wie es ab Anfang September in der brandschutzsanierten Spielstätte aussehen wird, vermittelt die Baustelle bereits. Ein wenig heller sind die Räume, ein bisschen moderner. Vor allem liegt das an den neuen Lampen, die die bisherigen Leuchten aus der DDR-Zeit ersetzen. Hier und da ist der alte Mief verschwunden. Aber eben nur in Ansätzen. "Schließlich ist es keine Schönheits sanierung", betont Martins. Und in den Bereichen, die der Besucher nicht zu sehen bekommt, ist von Verschönerung gar keine Spur. Rund 800 Brandmelder wurden installiert, sogar in all den Zwischenräumen, die nie jemand betritt. "Damit waren wir vorher aber auch flächendeckend ausgestattet", so der Technik-Chef. Was neu ist, sind die unzähligen Sprinklerdüsen, die dezent aus Löchern in den Deckenplatten hervorgucken.

Für den Besucher wohl die augenscheinlichste Veränderung ist die Wand mit Brandschutztür, die das Große Foyer vom Intendanzfoyer trennt. Die war nötig, da der Brandabschnitt einmal um den Saal herum sonst zu groß gewesen wäre. Außerdem soll neue Farbe her. Martins beschreibt sie als eine helle Aubergine-Tönung. Eine Innenarchitektin der Planungsfirma HKC hat sich damit beschäftigt.

Ab 20. August wird das Große Haus wieder eingerichtet und die Proben starten. Bis Ende August soll dann der Verwaltungstrakt wieder bezogen werden können. Für die Rostocker gibt es neben der Premiere am Sonntag, 9. September, von 14 bis 17 Uhr beim Tag der offenen Tür die Gelegenheit, sich einen Eindruck vom brandschutzsanierten Volkstheater zu machen.


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