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Vorboten des Herbstes : Versammlung der Kraniche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erste heimische Vögel suchen Futter auf abgeernteten Feldern / Sonderführungen haben begonnen

Untrügliches Zeichen für den nahenden Herbst: Die ersten Kraniche sammeln sich in größeren Gruppen zur Futtersuche auf den abgeernteten Feldern im Norden Vorpommerns. Wie der Leiter des Kranich-Informationszentrums Günter Nowald gestern in Groß Mohrdorf (Landkreis Vorpommern-Rügen) sagte, seien Gruppen mit bis zu 100 Tieren bei Niepars oder am Saaler Bodden zu beobachten. Bei den Tieren handele es sich um heimische Kraniche, von denen rund 1500 in der Region Vorpommern leben. In den kommenden Wochen werden Zehntausende Kraniche aus Skandinavien in Vorpommern, einem der größten Kranich-Rastgebiete Mitteleuropas, erwartet.

Bereits jetzt hätten sich 4000 Kraniche am Kvismaren-See in Schweden gesammelt, um sich dort auf den Rastflächen für den Überflug über die Ostsee nach Süden zu stärken, wie Nowald sagte. Der Höhepunkt des Herbstzuges wird in Vorpommern in der ersten Oktoberhälfte mit 40 000 bis 70 000 zeitgleich rastenden Tieren erwartet.


Bestände erholen sich


Nach mehreren Jahren mit deutlichen Einbrüchen beim heimischen Kranichnachwuchs hat sich nach den Worten des Kranichexperten die Situation in diesem Jahr verbessert. „Wir gehen von einem durchschnittlich guten Reproduktionsjahr aus“, sagte Nowald.

Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Im vergangenen Jahr hatte das Frühjahrshochwasser in vielen Gebieten Eier weggeschwemmt, Küken waren verhungert. Um die Bestandszahlen zu sichern, müsse jedes Brutpaar im Schnitt 0,5 Junge pro Jahr großziehen – das heißt, jedes zweite Brutpaar muss Nachwuchs produzieren und großziehen. Diese Marke sei ersten Untersuchungen zufolge 2014 erreicht worden.

An der Mecklenburgischen Seenplatte haben inzwischen Sonderführungen zu den Kranichsammelplätzen im Müritz-Nationalpark und auf einer Halbinsel bei Röbel begonnen. „Am Rederangsee kann man abends schon mehr als 1200 Kraniche beim Einfliegen beobachten“, sagte eine Sprecherin des Nationalpark-Service in Federow bei Waren. Die Beobachtung der heimischen Großvögel sei nur unter Führung eines Vogelkundlers möglich. Außerdem bietet ein Schifffahrtsunternehmen Fahrten zur Halbinsel Großer Schwerin bei Röbel an, die seit zehn Jahren immer stärker von Kranichen zum Rasten und Schlafen genutzt wird.

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