Zepelin / Büdelsdorf : Vermisst: Bundesweite Fahndung nach Renate Hinrichsen

Das Haus des 42-jährigen Tatverdächtigen  in Zepelin, möglicherweise von ihm nur als Wochenendhaus genutzt.
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Das Haus des 42-jährigen Tatverdächtigen in Zepelin, möglicherweise von ihm nur als Wochenendhaus genutzt.

Tatverdächtiger soll in Rendsburg gearbeitet haben / Ursprünglich stammt er wohl aus Kühlungsborn

svz.de von
20. April 2015, 20:45 Uhr

Nach der vermissten Renate Hinrichsen, deren Auto am Rande von Bützow gefunden wurde, wird nun bundesweit gefahndet.  Bisher fehlt trotz intensiver Suche und Ermittlungen in ihrem persönlichen Umfeld jede Spur von der aus Büdelsdorf (Schleswig-Holstein) stammenden 59-Jährigen.

 Seit Anfang April ist die Frau verschollen. „Es ist zu befürchten, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist“, heißt es aus der Staatsanwaltschaft Kiel. Der Tatverdacht richtet sich gegen Mike F., einen 42-jährigen Bekannten der Vermissten aus Zepelin bei Bützow (Landkreis Rostock). Doch der Verdächtige ist bereits seit Freitag tot – gestorben bei einem Verkehrsunfall.

Mit ihm wollte sich die Büdelsdorferin am 2. April treffen. Am 9. April, dem Donnerstag nach Ostern, erschien Renate Hinrichsen nicht an ihrem Arbeitsplatz. Kollegen alarmierten die  Polizei, weil sie als sehr zuverlässig galt. Weitere Ermittlungen der Mordkommission Kiel, besonders die Analyse von Handy-, Mail-  und Bankdaten der 59-Jährigen, konkretisierten den Anfangsverdacht gegen den 42-Jährigen. Die Polizei  hatte Mike F. am vergangenen Donnerstag als Zeugen vernommen. Am Tag darauf sollte der Verdächtige erneut von Beamten angehört werden, dieses Mal in Anwesenheit eines Rechtsanwalts. Am selben Nachmittag untersuchten Spezialisten der Kripo sein Haus in Zepelin.  Stunden später, um 19.02 Uhr,  verunglückte Mike F. auf einer Landstraße bei Wismar tödlich. Er war mit seinem Auto ungebremst gegen einen Baum geprallt. Auf einem Radweg blieb der auf seinen Namen zugelassene Kleinwagen auf dem Dach liegen. Passanten zerrten den  Verletzten noch aus dem Auto, bevor es völlig ausbrannte. Weitere Personen hatten sich nicht im Pkw befunden.  Kripo und Dekra-Spezialisten  suchen nach der Unfallursache. Nach Informationen unserer  Zeitung soll Mike F. nicht angeschnallt gewesen sein.

Der 42-Jährige soll in der Nähe von Rendsburg in einer orthopädischen Firma gearbeitet haben. Dass würde  Aussagen bestätigen, wonach es sich bei dem Zepeliner Haus keineswegs um seinen Hauptwohnsitz gehandelt habe. Vielmehr soll er es wie ein Wochenendhaus genutzt haben. Wie häufig der Verdächtige, der ursprünglich aus  Kühlungsborn stammen soll,  das Haus nutzte, kann niemand im Ort sagen.

In Hinrichsens Heimatort Büdelsdor  f sind die Nachbarn unterdessen ratlos. Kaum jemand kannte die Vermisste. Am Rande des Büdelsdorfer Gewerbegebiets bewohnte die 59-Jährige eine Doppelhaushälfte als Untermieterin. Alle Gardinen und Rollos der Wohnung sind zugezogen. Im kleinen Innenhof, der zur Haustür führt, wuchert das Unkraut. Gartenstühle sind ineinander gestapelt, das Namensschild wurde notdürftig an den Briefkasten getaped. Der Carport steht leer. Das Auto von Renate Hinrichsen fanden die Ermittler ja am Haus des 42-Jährigen in Zepelin. „Sie hat sehr zurückgezogen gelebt, wir haben sie ganz selten gesehen“, sagt eine Nachbarin. „Wenn der wirklich was passiert ist...“, fügt sie hinzu und macht eine lange Pause. „Sie hat ja keinem was getan. Schrecklich.“

Die Ermittler suchen weiterhin Zeugen und korrigierten frühere Angaben zu Renate Hinrichsen leicht: Die Vermisste sei größer als zunächst angenommen, nämlich zwischen 1,80 und 1,82 Meter, meldete die Polizeidirektion Kiel. Die Büdelsdorferin wiege etwa 60 Kilogramm und wirke südeuropäisch. Ihre langen, dunkelbraunen Haare trage sie meist zu einem Zopf. Wer Renate Hinrichsen  gesehen hat, wir gebeten, sich unter Tel. 0431/160-3333 bei der Kriminalpolizei in Kiel zu melden. Hinweise nimmt auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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