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Mecklenburg-Vorpommern

24. Oktober 2017 | 13:33 Uhr

Genting : Verluste bei Werften-Mutter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Genting-Konzern überrascht mit Gewinnwarnung. Unternehmen: Kein Einfluss auf Investitionsprogramm

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Aufregung im Werftdock: Fast ein Jahr nach der Übernahme der drei Ost-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund hat gestern der mit milliardenschweren Neubau- und Investitionsplänen an der Ostsee gestartete malaysische Genting-Konzern die Schiffbaubranche in MV mit einer Gewinnwarnung aufschrecken lassen. Das börsennotierte Unternehmen gab überraschend eine Gewinnwarnung heraus. Die Asiaten rechnen damit, dass der Gewinn um eine halbe Milliarde Dollar niedriger ausfällt als bisher gedacht. Im Vorjahr hatte die Firmengruppe noch einen Gewinn von mehr als zwei Milliarden Dollar eingefahren. Als einen Grund für die Verluste hatte Genting die Übernahme der insgesamt vier Werften in Deutschland im vergangenen Jahr und die dazugehörigen Investitionen angegeben. Welche Auswirkungen der Gewinnrückgang auf das deutsche Geschäft haben werde, ließ der Konzern offen. Nach jahrelanger Krise hatte der Konzern im März 2016 u. a. die drei Schiffbaubetriebe in Wismar, Rostock und Stralsund vom russischen Werfteigner Witali Jussufow übernommen – für 230 Millionen Euro.

Seit der Übernahme schöpfte die Branche in MV wieder neue Hoffnung: Genting hatte ein bisher einmaliges Investitionsprogramm angekündigt. Früheren Angaben zufolge sind in den kommenden Jahren Investitionen für 3,5 Milliarden Euro in neue Passagierschiffe vorgesehen. Mittelfristig wollten die drei Ostseewerften ihre derzeit 1500 Mitarbeiter zählende Belegschaft auf 3000 verdoppeln. Anfang Januar hatten die MV Werften mit dem Bau von zwei Flusskreuzfahrtschiffen begonnen.

Die gestrige Gewinnwarnung ließ indes Zweifel aufkommen. Betriebsrat und Belegschaft zeigten sich überrascht. Die MV Werften wiegelten ab: „Die Gewinnwarnung hat keinen Einfluss auf das Investitions- und Bauprogramm von MV Werften“, teilt Werften-Sprecher Stefan Sprunk gestern knapp mit: „Wir arbeiten intensiv in den Projekten, sind in Gesprächen mit Zulieferern und Partnern, führen Bewerbungsgespräche, demnächst erwarten wir den 150. neuen Mitarbeiter.“

Zurückhaltung in der Landespolitik: Die Werften seien dabei, eine Menge in MV zu investieren, meinte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU): „Das Unternehmen hat den Worten in kurzer Zeit Taten folgen lassen. In Wismar entsteht eine Kabinenfertigung, darüber hinaus werden Schiffe gebaut. Aufträge an Zulieferfirmen sind vergeben worden. Es entstehen Arbeitsplätze.“

Die Verlust-Meldung ließ gestern alte Erinnerungen wachwerden: Schon mehrmals waren die Schiffbauer an der Ostsee mit Milliardenaufträgen gelockt worden – zuletzt von russischen Investoren. Die versicherten stets, dass die erneuerungsbedürftige russische Flotte milliardenschwere Aufträge für deutsche Schiffbauer bereithalte. Nur: die Aufträge blieben weitgehend aus.  

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