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Viele Glätteunfälle : Winter hält Einzug in MV

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Und es gibt ihn doch! Der Winter kommt mit trockener Kälte aus dem Osten und drückt die Temperaturen bis auf minus 15 Grad. Am Dienstag sorgten zunächst Eisregen und Schnee für Unfälle.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 20:15 Uhr

Jetzt kommt der Winter nach Mecklenburg-Vorpommern. In den nächsten Tagen wird es nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia zunehmend kälter, bis Samstag werden im Osten des Landes Tagestemperaturen von minus zehn Grad erwartet. Nachts können die Temperaturen sogar auf minus 15 Grad sinken. „Es wird jetzt grimmig kalt“, sagte Meteorologe Uwe Ulbrich vom Wetterdienst Meteomedia auf der Insel Hiddensee.

Bei leichten Frostgraden sorgte  Sprühregen bereits am Montagabend vor allem in südlichen Landesteilen für teilweise glatte Straßen und Wege. Auch für heute gilt eine Unwetterwarnung vor Glatteisregen. Die Straßen sind spiegelglatt, für den ganzen Tag muss mit weiteren Niederschlägen gerechnet werden, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zur Gefahr im Verkehr werden können.

Am Abend und in der Nacht spielten sich in Mecklenburg-Vorpommern teils chaotische Zustände ab. Es kam zu zahlreichen Unfällen, Lastkraftwagen blockierten Straßen, Fußgänger hatten auf den Gehwegen Mühe, das Gleichgewicht zu halten. In einigen Bereichen Nordwestmecklenburgs ist heute der Schulbusverkehr eingeschränkt. Konkret fahren die Linien mit den Nummern 351, 372 und 390 nicht. Die Schüler der Schulen in Schönberg, der Regionalen Schule Lüdersdorf (Wahrsow), der Grundschule Herrnburg sowie der Grundschule und Regionalen Schule in Dassow können auf diesen Linien nicht befördert werden.

In Westmecklenburg wurden die Rettungskräfte zu rund 50 Einsätzen gerufen. Autounfälle seien kaum dabei gewesen, sagte ein Sprecher. Dafür seien umso mehr Fußgänger gestürzt, vor allem ältere. Sie erlitten hauptsächlich Bein-, Rücken-, Knie- und Kopfverletzungen. Regionaler Schwerpunkt seien Schwerin und Nordwestmecklenburg gewesen.

Im Osten des Landes ereigneten sich nach Angaben der Polizei bis zum Vormittag 16 witterungsbedingte Unfälle. Zwei Fahrer wurden verletzt, wie ein Polizeisprecher in Neubrandenburg sagte. Der Sachschaden wird auf 41 000 Euro geschätzt. Bei Altentreptow fuhren auf glatter Straße zwei Autos ineinander.

Der erste Wintereinbruch in diesem Jahr sorgte mit ein bis drei Zentimeter Schneehöhe für eine leichte Puderzuckerdecke. In den kommenden Tagen wird mit einem Hoch aus Osten die Luft sehr trocken und kalt, die Wolken verschwinden und die Sonne scheint, wie Meteorologe Ulbrich sagte. Die Niederschläge sollten bereits am Dienstag nachlassen.

Südwestmecklenburg war Polizeiangaben zufolge vom Blitzeis weniger betroffen. Allerdings ereigneten sich auf der A 24 Berlin-Hamburg am späten Montagnachmittag gleich drei Glätteunfälle in einer Stunde zwischen den Anschlussstellen Hagenow und Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Dabei seien zwei Menschen verletzt worden, teilte die Polizei mit. Auch auf der A 20 kam es am Dienstagmorgen zu zwei Unfällen. Verletzt wurde niemand. Die Straßen waren dermaßen glatt, dass selbst die Rettungskräfte Mühe hatten, sich auf den Beinen zu halten. Bei Altentreptow fuhren am Dienstagmorgen zwei Autos ineinander.

Auch in Dranske auf Rügen, zwischen Krienke und Morgenitz auf Usedom, in Stralsund und Sassnitz rutschten Autos in den Straßengraben oder kollidierten mit anderen Fahrzeugen. Viele Autofahrer im Großraum Greifswald mussten am Morgen die Scheiben von einer dicken Eisschicht befreien. In Schönberg rutschte ein Bus gegen einen Poller. Fahrgäste waren nicht an Bord, es blieb beim Blechschaden, wie die Polizei in Wismar mitteilte.

In Berlin kam es gestern zu 2173 Unfällen. Über Stunden stürzten dort Fußgänger und Radfahrer auf spiegelglatten Straßen und Wegen, Autos krachten ineinander. Es habe so viele Notrufe an einem Tag wie seit Jahren nicht mehr gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Verunglückten mussten teils mit der Löschwagen der Feuerwehr zu den Krankenhäusern gefahren werden, da nicht genügend Rettungswagen zur Verfügung standen.Der Ausnahmezustand konnte erst gegen 21.00 Uhr beendet werden.

 

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